Abwasserkanal Emscher: Größter Nebenfluss nun angeschlossen

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Abwasserkanal Emscher: Größter Nebenfluss nun angeschlossen
Im Pelkumer Feld westlich der B 224 ist die Boye auf dem Gebiet von Bottrop und Gladbeck bereits wieder ein blauer Fluss mit grünen Ufern - und mit der ein oder anderen Kurve! © Rupert Oberhäuser/EGLV

Boye-Kanal führt das Schmutzwasser ab sofort zur Kläranlage Emscher-Mündung in Dinslaken

09.10.2021 – Abwasserkanal Emscher – Bottrop/Gladbeck/Essen. Die Emschergenossenschaft hat aktuell den parallel zur Boye verlaufenden Abwasserkanal an den großen Abwasserkanal Emscher (AKE) angebunden. Durch den Umschluss wird das Boye-Schmutzwasser ab sofort nicht mehr in Bottrop, sondern in Dinslaken geklärt! Die beiden Pumpwerke Boye A und B in der Welheimer Mark in Bottrop sind durch diese Umleitung ebenfalls abwasserfrei. Sie dienen zukünftig als Bachpumpwerke unter anderem dem Hochwasserschutz.




Endlich ist die stinkende Brühe weg

Alte Gladbecker werden sich mit Schaudern erinnern: in fast jedem Stadtteil gab es eine sogenannte Köttelbecke. Irgendwo mussten die häuslichen und gewerblichen Abwässer ja schließlich hin. Man nutzte seit Beginn der Industrialisierung vorhandene natürliche Bäche, um sich der Abwässer mit natürlichem Gefälle zu entledigen. Das klappt gut – bis es zu ersten Bergsenkungen kam und die Bäche sich stauten. Überschwemmungen waren die Folge. Man behalf sich zunächst damit, die Bäche mit Betonrinnen zu begradigen und sie einzudeichen. Das half nur vorübergehend. Vor mehr als 30 Jahren reifte dann der Plan, die alten Bäche zu renaturieren und von den Abwässern zu trennen. Das ist inzwischen auch am Emscherzufluss Boye vollständig gelungen.

Der Abwasserkanal an der Boye ist insgesamt acht Kilometer lang. Er beginnt an der Hegestraße in Gladbeck, quert sogar auch Essener Stadtgebiet und endet am AKE in Bottrop. An der Anschlussstelle des Kanals laufen bis zu 2000 Liter pro Sekunde klärpflichtiges Schmutzwasser dem AKE zu. Insgesamt wurden für den Boye-Abwasserkanal in offener Bauweise und im unterirdischen Vortrieb Kanalrohre mit Innendurchmessern von bis zu 3,20 Meter verlegt. In den Umbau der Boye investiert die Emschergenossenschaft knapp 140 Millionen Euro.

Hintergrund

Bereits seit den 1990er-Jahren führt die Boye von der Hegestraße in Gladbeck aus bis unmittelbar nördlich der Bundesautobahn A 2 nur noch Reinwasser. 2017 erfolgte dann die weitestgehende Abwasserfreiheit des Gewässers. Der Abwasserkanal der Boye war jedoch noch nicht an den Hauptkanal des AKE angeschlossen. Dies konnte nun erst im Anschluss an die Inbetriebnahme des Pumpwerks Oberhausen im August 2021 geschehen.

Die Emschergenossenschaft

Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen. Es erbringt nachhaltig und  effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden. Als Leitidee des eigenen Handelns lebt das Genossenschaftsprinzip. Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet. Seitdem kümmert sie sich unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft in enger Abstimmung mit den Emscher-Kommunen das Generationenprojekt Emscher-Umbau um. Dafür werden über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,5 Milliarden Euro investiert. www.eglv.de

Über die Neben-„Flüsse“ der Boye und Emscher hat die Neue Gladbecker Zeitung mehrfach berichtet:

> Hochwassergefahrenkarten – Warum zeigt die Stadt Gladbeck sie nicht?

> Überschwemmungen gab es auch in Gladbeck – noch vor Jahrzehnten

> Starkregen hat Region fest im Griff

> Alle Bäche fließen in den Rhein

> Brabecker Mühlenbach – eine Augenweide bis zur Boye

> Der Stensteich – vergessene Idylle


Polizeibericht aus Gladbeck Mitteilungen der Stadt Gladbeck

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