Brabecker Mühlenbach – eine Augenweide bis zur Boye

Brabecker Mühlenbach - eine Augenweide bis zur Boye
Das alte Haus Brabeck. Urkundlich erstmals im Jahre 890 als „Borathbeki“ erwähnt.

Einer der nördlichsten Bäche Gladbecks bildet die Stadtgrenze zu Bottrop

21.07.2021 – Brabecker Mühlenbach – Der Anfang des Brabecker Mühlenbaches liegt im Norden Gladbecks. Die Quelle des Zuflusses zur Boye ist an der Hackfurtstraße bei der Gastwirtschaft Beisenbusch zu sehen. Leider ist der Anblick für den Betrachter ernüchternd, denn die Quelle besteht in der Hauptsache aus einem Entwässerungsrohr! Bei einer genaueren Betrachtung der Örtlichkeit kann der Fachmann noch eine Quellmulde im Gelände ausmachen. Die landwirtschaftliche Nutzung der Umgebung der Quelle steht hier im Vordergrund.




Brabecker Mühlenbach fließt heute an Haus Brabeck vorbei

Im weiteren Verlauf fließt der Brabecker Mühlenbach westlich an Klein-Brabeck vorbei, in Richtung Haus Brabeck. Besonders der Oberlauf hält für den Naturfreund noch einige erfreuliche Überraschungen aus naturkundlicher Sicht bereit. Das Spektrum reicht von naturnahen Laubwald mit hohem Totholzanteil, Feuchtwiesen und alten Silberweiden die seine Ufer säumen. Sogar die Bachfauna bietet etwas Besonderes; eine der ungewöhnlichsten Fischgestalten unserer Heimat, die Mühlkoppe. Es ist ein kleiner Bodenfisch mit breiten, froschartigem Kopf und großen fast segelförmigen Flossen. (Quelle: Michael Korn / NABU)

Brückenfundament der alten Bahntrasse
Fundament der Brücke für die Bahntrasse Oberhausen – Rheine. Die Straße, rechts, führt zum Haus Brabeck.

Bahnlinie Oberhausen – Bottrop – Kirchhellen – Dorsten – Rheine

Wenn Sie am Haus Brabeck mit dem Rad vorbei fahren, machen Sie doch mal einen Abstecher auf das Gelände. Dort könne Sie das Foto (oben) selbst „schießen“. Sie fahren die Straße weiter nach Westen und durchfahren einen Bahndamm und die Brückenfundamente der ehemaligen Strecke Oberhauen – Rheine. Wenn Sie dem Lauf des Brabecker Mühlenbaches folgen, begegnete Ihnen die Bahnlinie noch mehrmals.

Wo Wasser floss drehten sich früher Mühlräder, auch am Brabecker Mühlenbach

Der Mensch benutzte das Wasser nicht nur als Lebensmittel für das Überleben, sondern nutzte es auch anderweitig für seine Zwecke. Um sich die Wasserkraft zu Nutze zu machen, baute er Wassermühlen. Wo Bäche sind klapperten in früheren Zeiten Mühlräder. Im 15. Jahrhundert speiste der Brabecker Mühlenbach die Gräfte und den Mühlenteich des Hauses Brabeck. Etwa seit 1932 steht das Schaufelrad still, 1946 wurde der Mühlenteich trockengelegt und aufgefüllt. Der Bachverlauf wurde verändert, sodass er in heutiger Zeit am Haus Brabeck vorbei fließt.

Tierfriedhof am Damm der Bahntrasse

Tierfriedhof am Bahndamm
Tierfriedhof an der alten Kirchhellener Straße

Sie lassen das Haus Brabeck und die Bahntrasse hinter sich und überqueren die Rentforter Straße; es handelt sich um die Verlängerung der Kirchhellener Straße, die ab dem Autobahnanschluss nun Rentforter Straße heißt.  In der Forststraße geht es sofort links in die alte Kirchhellener Straße. Die ehemals nach Gladbeck führt, bevor die A31 gebaut wurde. Hier machen Sie nur einen kleinen Abstecher. Nach ein paar Metern überqueren Sie den Brabecker Mühlenbach und nach zwei Kurven durchqueren Sie den früheren Bahndamm und jetzt sofort HALT! Rechter Hand, am Hang der Bahntrasse hat jemand einen Tierfriedhof angelegt. (siehe Foto)

Der Unterlauf des Brabecker Mühlenbaches ist ein Stück Natur

Nach Aufnahme des Wassers des Wiesentalbaches fließt er in südlicher Richtung an der Gaststädte Riesener (kurzzeitig Miller) und der Siedlung Hohe Heide vorbei. Trotz erheblicher Eingriffe im Mittel- und Unterlauf durch den Menschen, gibt es noch einige positive Aspekte mitzuteilen. Der Unterlauf des Brabecker Mühlenbaches wird von imposanten Kopfbaumreihen gesäumt. Der Blick wird frei auf eine noch kleinbäuerlich strukturierte Kulturlandschaft, an der Stadtgrenze Gladbeck – Grafenwald. Etwa 150 m nördlich des Hofes Borgwerth ( allerdings auf der anderen Seite der A31) ergießt sich der Brabecker Mühlenbach in die Boye.

Hier fließt der Brabecker Mühlenbach in die Boye

Zusammenfluss zweier Bäche
In einem schönen, naturbelassenen Waldstück neben der A31 fließt der Brabecker Mühlenbach (rechts) in die Boye, die von oben kommt.

Von der alten Kirchhellener Straße fahren Sie mit dem Rad die Forststraße lang. Über mehrere hundert Meter sehen Sie noch den natürlichen Lauf des Baches. Im Bereich der Siedlung Hohe Heide verschwindet er allerdings in der Waldlandschaft. Einen Trampelpfad, auf dem man dem Bach folgen könnte, gibt es nicht. Sie fahren an der Siedlung Hohe Heide vorbei (Sackgasse ohne Zugang zum Wald) bis zum Hoheheideweg. Vorsicht, Sie sind jetzt in Bottrop 😉 Dann biegen Sie nach etwa 2 km nach links in den Schnepfenweg. Kurz vor den Häusern (links) führt ein Schotterweg nach rechts und endet an einem Maisfeld. Direkt am Ende des Feldes verläuft wieder der Brabecker Mühlenbach. Mit meinem MTB konnte ich zwischen Bach und Maisfeld lang fahren. Man kann aber auch schieben. Und plötzlich sehen Sie das Ende des Brabecker Mühlenbaches (Foto). An einem wahnsinnig idyllischen Plätzchen fließt er in die Boye, die von rechts kommt.  An dieser Stelle beginnt in der nächsten Folge der Weg der Boye.

Der Brabecker Mühlenbach führt der Boye einen Reinwasserzufluss von 55 l / s zu. Dies ist ein wichtiger Faktor bei dem späteren naturnahen Ausbau dieses größeren Baches, wenn kein Abwasser mehr vorhanden ist. Denn der Brabecker Mühlenbach ist einer der wichtigsten Zuflüsse im Oberlauf der Boye.

Nach 500 Metern endet die Boye schon wieder

Man kann nun links oder rechts an der Boye in Richtung Westen (Grafenwald) fahren. Beide Tore stehen offen. Ich nahm den linken Weg in der Hoffnung, irgendwie bis zum Quellgebiet der Boye zu kommen. Doch meine Hoffnung wurde nach ein paar hundert Metern zunichte gemacht. Plötzlich stand ich vor einigen dicken Rohren. Aus einem (dem rechten) wurde klares Wasser in die Boye gepumpt. Von dieser Stelle an ist die Boye also noch verrohrt. Eine Anwohnerin sprach von einem Pumpwerk in der Nähe, von Feuchtgebieten und hohem Grundwasserstand.

Beginn der offenen Boye
Hier beginnt die Boye als offener Bach. Offensichtlich ist es durch Bergsenkungen nötig, hier das Wasser etwas hochzupumpen.

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Herzlichen Dank an Michael Korn vom NABU


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