Alle Bäche fließen in den Rhein

Alle Bäche fließen in den Rhein
Das fast fertig renaturierte Bett der Boye. Von der Beisenstraße in Ellinghorst in Richtung Osten gesehen.

Gladbecks Bäche fließen über Lippe und Emscher in den Rhein

20.04.2021 – Dem Gladbecker Naturschützer und NABU-Aktivisten Michael Korn haben wir eine umfangreiche Darstellung der Gladbecker Bäche zu verdanken. Daraus wird die Neue Gladbecker Zeitung nun in loser Folge, mit seiner freundlichen Genehmigung, zitieren. Wir wollen die acht Bäche vorstellen die durch Gladbeck fließen.

Wir beginnen mit einer Übersicht und der Gladebecke

Quellegebiet der Gladebecke
Etwa in der Nähe dieser Weide (links im Bild), zwichen der Villa Küster und dem Vinzenzheim entsprang die Gladbecke. Heute noch ist das ein kleines Feuchtgebiet, allerdings ohne eine aktive Quelle

Man sollte meinen, dass der „Bach aller Bäche“ in Gladbeck die Gladebecke sei. Doch leider ist von dem namensgebenden Fließgewässer nichts mehr zu sehen. Der einst hell glitzernden Bach (glad = hell, glänzend, klar; Beck = bach) entsprang zwischen der Küster Villa und dem Vinzenzheim an der Buerschen Straße. Dort befindet sich direkt am Gehweg der Buersche Straße eine kleine Senke mit einer Weide. Infolge von Bergbaueinwirkungen und Baumaßnahmen ist die Quelle versiegt. Es ist anzunehmen, dass dort die Gladebecke entsprang. Sie floss dann in Richtung Busbahnhof, an der dort verlaufende Bachstraße und nördlich an der Lambertikirche vorbei, durch die heutige Innenstadt. Dann im Verlauf der Goethestraße, bildete die Gladebecke dort einen kleinen Teich, den Schenkendiek, und mündete nahe der heutigen Uhlandstraße in den Wittringer Mühlenbach. Die Gladebecke war kaum zwei Kilometer lang. Leider fließt dieser Bach seit über 100 Jahren vollständig durch Rohre – von ihm ist nichts mehr zu sehen.

Brunnen und Wasserrinne soll an die Gladebecke erinnern

Gegenüber der Lambertikirche, am Beginn der Lambertistraße, gibt es einen Springbrunnen, dessen Wasser in einer Rinne durch die Lambertistraße bis zur Goethestraße fließt. Dort verschwindet das Wasser wieder in der Kanalisation. Es handelt sich um eine symbolische Nachbildung der Gladebecke, die ungefähr dort verlief.




Bronze-Relief zeigt Gladbeck im Jahre 1820

Bronze-Relief von Gladbeck vor der Lambertikirche
So in etwa sah Gladbeck vor 200 Jahren aus

Vor der Lambertikirche steht heute ein Bronze-Relief. Es zeigt das Dorf Gladbeck aufgrund der ältesten bekannten Karte (1820) und auch den ungefähren Verlauf der Gladebecke. Einige Anwohner hatten damals einen Anbau über die Gladebecke gebaut. So hatten sie eine Toilette mit Wasserspülung. Gesund war das keinesfalls und den Letzten bissen zwar nicht die Hunde, aber der Gestank sicherlich in der Nase.

Brauerei van Ahlen

Die Gladbecker Brauerei van Ahlen – ja, die gab es -hatte zum Glück etwas unterhalb eine eigene Quelle, van Ahlens Welle. Die Brauerei befand sich dort, wo heute der Timmerhof ist, der Platz hinter den Häuserzügen Hochstraße, Horster Straße, Lambertistraße und Goethestraße. Dort befindet sich auch die einzige Zufahrt zum Timmerhof. Theodor van Ahlen war Brauereibesitzer und Küster von St. Lamberti.

Nur der Becks Mühlenbach fließt in die Lippe

Das Gladbecker Bachsystem gehört über die Emscher, Gewässer zweiter Ordnung, und die Boy als Grenzbach im Südwesten des Stadtgebietes als Gewässer dritter Ordnung zum Flusssystem des Rheins. Fast alle Bäche entwässern zur Boye hin, eine Ausnahme bildet der Becks Mühlenbach im Gladbecker Norden . Mit der Breiker Becke entwässert er zur Lippe hin.

Acht Bäche: Gesamtlänge 43 Kilometer

Pumpwerk der Boye
Ziemlich unspektakulär verschwindet die Boye in einem Pumpwerk kurz vor dem Emscherklärwerk in Bottrop.

Die meisten Gladbecker Bäche fließen in die Boye. Das ist ein Grenzfluss dritter Ordnung, der aus Bottrop kommend, Gladbeck im Süden streift, um dann in Essen in die Emscher (Fließgewässer zweiter Ordnung) zu fließen. Die Emscher fließt dann in den Rhein. Bis vor einigen Jahren wurden die Gladbecker Bäche überwiegend als Abwasserkanäle benutzt. Die natürlichen Quellwässer wurden mit der Kanalisation vermischt um sich so der Fäkalien und Industrieabwässer zu entledigen. Erst das Milliarden-Projekt der Emscherrenaturierung hat dazu geführt, dass die Boye und ihre Zuflüsse auch renaturiert wurden. Abwässer und Quellwässer fließen jetzt getrennt. Besonders im Gladbecker Süden findet man noch Baustellen in der Endphase der Sanierung. (Siehe Foto im Kopf)

Eine kleine Stadtgeschichte

Die Serie über der Neuen Gladbecker Zeitung über Gladbecker Bäche:

o Alle Bäche fließen in den Rhein

o Der Stensteich – vergessene Idylle


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