Rente mit 68: Können denn 39 ProfessorInnen irren?

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Rente mit 68: Können denn 39 ProfessorInnen irren?
Gut abgesicherten Professoren fällt nur eines ein: Rente erst ab 68 Jahren.

Regierung gibt Gutachten in Auftrag und stößt auf Kritik

12.08.2021 – Rente mit 68 – Warum beauftragt die Regierung 39 ProfessorInnen mit einem Gutachten zur Rente, obwohl doch jeder die tatsächlichen Probleme kennt?

„Vorschläge für eine Reform der gesetzlichen Rentenversicherung. Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)“, so der Titel des 76 Seiten starken Machwerkes. Wirtschaftsminister Peter Altmaier konnte das Ergebnis nicht überraschen. Denn wer 1 und 1 addieren kann, käme zu dem gleichen Ergebnis. Die Rente ist unter den gegebenen Bedingungen künftig nicht mehr finanzierbar. Das Gutachten




Experten mit satten Pensionsansprüchen

Aber auf die Idee, die Rente durch die Anhebung der Renteneintrittgrenze auf 68 retten zu wollen, können wohl nur ausgewählte Spezialisten kommen. Die hat Altmaier beauftragt und es sind ausnahmslos Professorinnen – in der Regel Staatsbeamte mit fetten Pensionsansprüchen.

Ganzheitliche Betrachtung würde die Begüterten schonen

Der Vorschlag, das Problem der Rentenfinanzierung dadurch zu lösen, dass man das Renteneintrittsalter von 67 auf 68 anhebt, zielt auf eine Senkung der Ausgaben, also auf eine Senkung der Renten-Zahlungen. Denn die 39 „Experten“ glauben doch wohl selbst nicht daran, dass künftig der überwiegende Teil der Beschäftigten wirklich bis 68 arbeitet. Tatsächlich hat man im Blick, dass die Renten dann um weitere 3,6 % (0,3 % pro Monat) gekürzt werden, wenn der Rentenempfänger mit 67 statt mit 68 seinen Rentenanspruch geltend macht.

Jeder fünfte Mensch stirbt vor seinem 69. Geburtstag

Die Rente erst ab 68 hieße für viele ‚Arbeiten bis zum Umfallen‘, denn jeder fünfte Mensch stirbt hierzulande vor seinem 69. Geburtstag. Bei den Niedrigverdienenden sieht es noch schlimmer aus. Die Rückkehr zur Rente ab 65 wäre

Rente statt höhere Militärausgaben
Statt immer mehr Geld in die Rüstung zu stecken, könnte der Renteneintritt wieder aus 65 Jahre gesenkt werden.

nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung mit einer moderaten Beitragssatzerhöhung von 0,5 Prozentpunkten finanzierbar. Der steuerfinanzierte Bundeszuschuss würde um gut eine Milliarde Euro steigen. Dazu müsste nur die für das kommende Jahr geplante Erhöhung des Verteidigungshaushalts um 2,4 Milliarden Euro gestrichen werden.

Die Drohszenarien, dass die Rente langfristig nicht finanzierbar sei, sind komplett unseriös. Im neuen EU-Altersreport vom Mai 2021 steht klipp und klar: Die Rentenausgaben in Deutschland steigen bis 2045 moderat von zehn auf zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts, und bis 2070 bleiben sie konstant. Das ist EU-Durschnitt und verkraftbar. Österreich gibt heute schon 13 Prozent für eine sehr gute Rente aus.

Einnahmeseite verbessern!

Bundestagsabgeordnete und alle Landtagsabgeordneten sollten in die gesetzliche Rente einzahlen, die Beitragsbemessungsgrenze sollte angehoben und hohe Renten abgeflacht werden.

Mittelfristig muss die derzeitige Rentenversicherung in eine Erwerbstätigenversicherung umgewandelt werden. Das heißt alle Menschen mit Erwerbseinkommen, also auch FreiberuflerInnen, Selbständige, Abgeordnete und im letzten Schritt auch die BeamtInnen sollen in die Gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden.

Mit den Abgeordneten beginnen

Mit den Bundestagsabgeordneten zu beginnen ist in diesem Zusammenhang auch ein wichtiger symbolischer Schritt – ihn fordert DIE LINKE. Die SPD befürwortet das übrigens immer dann, wenn sie in der Opposition ist und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen sogar weit über eine Erwerbstätigenversicherung hinausgehen. Sie fordern eine Bürgerversicherung, so dass am Ende alle Einkommen, also auch Mieten und Zinsen verbeitragt werden würden.

Das lehnt DIE LINKE wiederum ab, da die Rente den wegfallenden Lohn im Alter ersetzen soll. Das Prinzip der Bürgerversicherung in der Rentenversicherung führt zu Menschen mit sehr, sehr hohen Alterseinkommen, beispielsweise Aktienbesitzende und VermieterInnen.

Doch zunächst: höhere Löhne!

Das größte Problem des derzeitigen Rentensystems ist aber, dass höhere Einnahmen daran scheitern, dass sehr viele (und immer mehr) Menschen in untersten Lohnsegmenten arbeiten. Hungerlöhne unter 1.200 Euro führen dazu, dass diese ArbeitnehmerInnen trotz lebenslanger Arbeit nicht genügend Rentenansprüche erwerben können. Sie sind im Alter auf staatliche Grundsicherung angewiesen. Wir dürfen nicht weiter akzeptiert, dass Menschen 45 Jahre Vollzeit arbeiten und im Alter zum Bittsteller werden müssen, um zu überleben.

Es geht auch anders – Österreich

Laut einer aktuellen Studie [PDF] des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages erhält in Österreich ein Durchschnittsverdiener, wenn er in Rente geht, rund 800 Euro mehr als ein Durchschnittsverdiener hierzulande.

Es kann nicht sein, dass im wirtschaftlich stärksten Land Europas die Renten 800 Euro niedriger sind als in Österreich. Das sollten sich die Bürger nicht länger bieten lassen. Wir brauchen eine Neuausrichtung der Rentenpolitik in Deutschland. Österreich zeigt, dass es anders geht. Und anderem mit einer Rentenkasse, in die alle einzahlen, auch Abgeordnete, Selbstständige und Beamte.

Ein solches System würde jedoch auch einen bestimmten Berufsstand benachteiligen: Rentenspezialisten mit Professorentiteln.


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1 Kommentar

  1. aber…
    die Diäten steigen jetzt schon !
    Der arme Hund-oder die arme Frau die ihr Leben lang
    malocht haben müssen sehen wo die leeren Flaschen liegen….

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