
Stadt Gladbeck legt Kommunalen Wärmeplan öffentlich aus: Beteiligung der BürgerInnen startet
Gladbeck – 13.03.2026 – Kommunaler Wärmeplan – Die Stadt Gladbeck legt den Entwurf ihres Kommunalen Wärmeplans (KWP) öffentlich aus.
Damit geht ein zentrales Projekt der lokalen Wärmewende in die nächste Phase. BürgerInnen, Unternehmen sowie weitere Interessierte sind eingeladen, den Wärmeplan einzusehen und Stellungnahmen einzureichen.
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Klimaschutzziele angestrebt
Die Kommunale Wärmeplanung ist ein wesentliches Instrument zur Erreichung der Klimaschutzziele im Gebäudesektor. In Gladbeck liegt der jährliche Endenergiebedarf für die Wärmeversorgung derzeit bei rund 623 GWh. Etwa 80 Prozent davon werden noch durch fossile Energieträger gedeckt. Ziel des Wärmeplans ist es, diese Abhängigkeit schrittweise zu reduzieren und eine nachhaltige, klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045 aufzubauen.
Grundlage des nun vorliegenden Entwurfs ist eine umfassende Bestands- und Potenzialanalyse. Neben dem bereits bestehenden Fernwärmenetz sind erhebliche theoretische Potenziale zum Ausbau des Netzes identifiziert. Industrielle Abwärme könnte hierzu unterstützend eingespeist werden. Darüber hinaus zeigt die Analyse, dass sich der Wärmebedarf im Wohngebäudebestand durch eine energetische Vollsanierung der Gebäudehüllen um rund 39 Prozent senken ließe.
Fernwärmenetz soll ausgebaut werden
Das entwickelte Zielszenario sieht einen weiteren Ausbau des bestehenden Fernwärmenetzes vor. Für den Stadtteil Brauck wurden zudem zwei neue Nahwärmenetze als grundsätzlich wirtschaftlich darstellbar identifiziert. In anderen Stadtgebieten werden voraussichtlich überwiegend dezentrale Lösungen – z.B. etwa Wärmepumpen– zum Einsatz kommen.
Der direkte Weg in die Kostenfalle
Wer sich in Gladbeck bewegt, kann leicht den Eindruck gewinnen, dass die halbe Stadt schon aufgebuddelt wurde, um Fernwärmeleitungen zu verbuddeln. Das kann man als Vorgriff auf die Kommunale Wärmeplanung betrachten. Dabei ist eigentlich von Fernwärme abzuraten, denn:
1. Werden die Verbraucher gezwungen, ihre Wärme künftig von Monopolisten zu beziehen. Ein Ausweichen auf günstigere Anbieter, wie das bei Gas, Strom und Oel möglich ist, scheidet aus. Wer zum Beispiel von Gas auf Fernwärme wechselt, kann leicht mit doppelt so hohen monatlichen Kosten belastet werden wie bisher. (Mehrere Fälle sind bekannt)
2. Dazu kommt, dass Fernwärme derzeit alles andere als umweltfreundlich ist. Während die Politik darauf drängt, dass Oel und Gas aus den privaten Heizungsanlagen verschwindet (was zu begrüßen ist), wird Fernwärme weiterhin durch das Verbrennen von Gas, Oel, Kohle und Müll hergestellt. Die Ankündigung, dass das künftig mit grünem Wasserstoff geschieht, ist lächerlich. Grüner Wasserstoff steht derzeit in einer Menge zur Verfügung, mit der man in Duisburg einen Hochofen zwei! Tage lang fahren könnte. Und selbst wenn in Jahrzehnten genügend grüner Wasserstoff vorhanden wäre, würde das keine Kostensenkung bei der Fernwärme hervorrufen.
„Mit dem Kommunalen Wärmeplan schaffen wir eine strategische Grundlage für die Wärmewende in Gladbeck. Er gibt Orientierung, zeigt konkrete Entwicklungspfade auf und schafft in Kombination mit unserer energetischen Sanierungsberatung solide Entscheidungshilfen“, erklärt Jürgen Harks, Leiter des Umweltamtes der Stadt Gladbeck. „Jetzt ist es uns wichtig, die Öffentlichkeit aktiv einzubinden und Anregungen aus der Bürgerschaft aufzunehmen.“
Jeder kann den Wärmeplan einsehen und eine Stellungnahme abgeben
Im Rahmen der Offenlage können alle Interessierten den Entwurf des Wärmeplans einsehen und schriftliche Stellungnahmen abgeben. Sämtliche Hinweise werden fachlich geprüft und – sofern sinnvoll und umsetzbar – in die weitere Ausarbeitung einbezogen. Nach Abschluss der Beteiligungsphase legt die Verwaltung den überarbeiteten Wärmeplan den politischen Gremien zur Beschlussfassung vor.
Die Kommunale Wärmeplanung wird gemäß den gesetzlichen Vorgaben regelmäßig fortgeschrieben. Mindestens alle fünf Jahre erfolgt eine Aktualisierung, um veränderte Rahmenbedingungen zu berücksichtigen und die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen.
Zeitraum der Offenlage: 16. März bis 15. April
Einsichtnahme: Online unter www.gladbeck.de/waermeplanung und im Zimmer 6 des Alten Rathauses, Willy-Brandt-Platz 2, während der Dienststunden (Montag bis Donnerstag von 8.30 bis 15.30 Uhr, Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr).
Stellungnahmen können schriftlich oder per E-Mail an waermeplanung@stadt-gladbeck.de eingereicht werden.
Rückfragen zu den Inhalten können Sie auch telefonisch unter 02043 / 99-2308 stellen.
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