Jüdisches Museum Westfalen in Dorsten zeichnet Schulen aus

Jüdisches Museum Westfalen in Dorsten zeichnet Schulen aus
Schülerinnen und Schüler der ausgezeichneten Projekte im Gespräch mit Jurymitgliedern. Copyright: Jüdisches Museum Westfalen

Margot Spielmann-Preis 2022 vergeben

15.12.2022 – Jüdisches Museum – Anfang Dezember wurde Hier den Newsletter der Neuen Gladbecker Zeitung bestellenim Jüdischen Museum Westfalen der Margot Spielmann-Preis 2022 für Projekte und Facharbeiten verliehen. Zum vierzehnten Mal hatte das Museum aufgerufen, sich mit passenden Beiträgen zu bewerben. Teilnehmen konnten Schülergruppen bzw. Schulen mit Projekten u.a. zu den Themen Judentum (jüdische Geschichte, jüdische Religion und Kultur), Nationalsozialismus oder Antisemitismus und Rassismus. Zu den gleichen Themen konnten auch wieder Facharbeiten eingereicht werden.

Jüdischen Museum zeichnete Schüler aus Wattenscheid aus

Wieder einmal konnte sich die Jury über ein interessantes Spektrum an Themen freuen. Nach kritischer Durchsicht zeichnete die Jury vier Arbeiten aus, zwei Facharbeiten und zwei Projekte. Drilon Dautaj von der Märkischen Schule Wattenscheid hatte sich für eine Facharbeit im Hebräischkurs entschieden. Am Beispiel der Kapitel eins und zwei des Buchs Exodus zeigt er auf, wie unterschiedlich die gängigen deutschen Übersetzungen sind und wie mit einer unterschiedlichen Wortwahl für ein hebräisches Wort gleichzeitig auch eine Interpretation des Textes verbunden ist. Als Referenz hat er selbst eine nahezu wörtliche Übersetzung des hebräischen Textes erstellt. Die Jury war von der Leistung des 17-Jährigen sehr angetan.

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Preisträger: Geschwister-Scholl-Gymnasium in Stadtlohn

Bei der zweiten Einzelarbeit handelt es sich um eine sogenannte Expertenarbeit. Im Rahmen eines Programms zur Begabtenförderung am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Stadtlohn konnte eine Reihe von Jugendlichen sich außerhalb des Unterrichts intensiv mit Themen ihrer Wahl beschäftigen. Zu den besonders herausragenden Arbeiten gehört auch die Expertinnenarbeit der 13-jährigen Charlotte Brüning. Für sie war die Teilnahme an dem Projekt mehr eine willkommene Herausforderung als zusätzliche Arbeit. Über eine Fernsehserie und einem Besuch im Stadtarchiv war ihr Interesse an geschichtlichen Themen zum Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg und Judenverfolgung geweckt worden. In ihrer Arbeit befasst sie sich mit dem Schicksal der jüdischen Bürger*innen in Stadtlohn zwischen 1933 und 1945. Sie hat die vorhandene Literatur gut erschlossen, methodisch, inhaltlich und sprachlich ist ihre Arbeit rundum gelungen.

Margot Spielmann-Preis des Jüdischen Museums auch nach Coesfeld und Duisburg

Des Weiteren wurden zwei Schulen mit dem Margot Spielmann-Preis für Projekte ausgezeichnet: das Heriburg-Gymnasium in Coesfeld und das Landfermann-Gymnasium in Duisburg. Schülerinnen und Schüler der Q2 des Heriburg Gymnasiums haben im Schuljahr 2021/2022 unter dem Thema “Jüdisch Hier – ein regionalgeschichtlicher Zugang zu jüdischem Leben und der Erinnerungskultur der Stadt Coesfeld” sich mit der jüdischen Geschichte Coesfelds und der Erinnerungskultur befasst. Die Ergebnisse haben sie in einem e-book zusammengefasst veröffentlicht. Zudem gestalteten sie den diesjährigen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar.

Das zweite ausgezeichnete Projekt hatte eine Gedenkfeier zum 9. November 2021 zum Ziel gehabt. Acht Schülerinnen und Schüler der damaligen Jahrgangsstufe 10 des Landfermann-Gymnasiums haben in Kooperation mit dem Stadtarchiv und dem Zentrum für Erinnerungskultur der Stadt Duisburg einen Beitrag zur Gedenkveranstaltung erarbeitet. Dabei stellten sie am Beispiel des Duisburgers Leon Jessel das jüdische Leben während des Nationalsozialismus in Duisburg dar und thematisierten auf sachlicher und emotionaler Ebene die systematische Ausgrenzung und die damit verbundenen Konsequenzen für das jüdische Leben damals. Unterstützung erhielt die Gruppe von einem Kunstkurs der 11. Jahrgangsstufe, der Zeichnungen und Radierungen zu der Präsentation beisteuerte.

Im Rahmen einer Feierstunde konnten alle PreisträgerInnen Anfang Dezember im Jüdischen Museum Westfalen begrüßt werden. Nach einer Vorstellung der Projekte und Facharbeiten durch die Jury und einer Gesprächsrunde erhielten alle ihre Urkunden und kleine Geschenke überreicht. Für ein musikalisches Rahmenprogramm sorgten drei Jugendliche der Dorstener Musikschule zusammen mit ihrem Leiter.

Das Museum lädt schon jetzt dazu ein, auch im kommenden Jahr sich mit thematisch passenden Projekten und Facharbeiten zu bewerben. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite des Jüdischen Museums Westfalen.


Polizeibericht aus Gladbeck Mitteilungen der Stadt Gladbeck

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