Tankstelle mit Tradition schließt in Gladbeck zum Jahreswechsel

Tankstelle mit Tradition schließt in Gladbeck zum Jahreswechsel
"Berg", die wohl älteste Tankstelle Gladbecks schließt zum Jahresende dauerhaft.

“Berg” schließt an der Phönixstraße/B224 dauerhaft

12.12.2023 – Tankstelle – Liegt es nun am geplanten Bau der Autobahn durch Gladbeck oder stimmen die “Zahlen” nicht mehr? Mit letzterem Argument sollen die Inhaber jedenfalls die Kündigung von Mitarbeitern zum Jahreswechsel begründet haben. Nichts genaues weiß man nicht! Die Vermutung, dass die Autobahn GmbH das Grundstück schon mal erworben hat, um mehr Planungssicherheit zu bekommen, lag nahe. Doch eine Presseanfrage dort ergab, dass die Autobahn GmbH des Bundes das Grundstück nicht erworben hat. (Lesern dieses Artikels wurde gesagt “Aral macht hier was Neues!”) Doch die Tankstelle gehört gar nicht zum ARAL-Konzern!

Die Stadt Gladbeck hat schon zweistellige Millionensummen in Grundstückkäufe längs der geplanten Trasse gesteckt. Doch eine Anfrage bei der Stadt ergab, dass diese das Grundstück ebenfalls nicht erworben hat.


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Die wohl älteste noch bestehende Tankstelle Gladbecks schließt

“Berg” gab es schon, als die B224 noch eine beschauliche Schnellstraße war. Schon in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts konnte man dort tanken. Ältere Semester unter den LeserInnen können sich noch an die beiden Autokräne (Max und Moritz genannt) erinnern, die dort ihren Standort hatten – von vielen Kindern bewundert. Später wechselten mehrfach die Inhaber und die Tankstelle mit angeschlossener Kneipe, Bar und Pension gerieten zeitweise in Verruf. Die Polizei war dort “Dauergast”. Alles, was der Schwarzmarkt so her gab, soll dort käuflich gewesen sein. Das ging bis zur Vermietung von Zimmern und zwar stundenweise.

Unser Leser “WP” ergänzt:

Berg war in den 50ziger 60ziger Jahren (SHELL) eine Lkw-Raststätte mit Übernachtungsmöglichkeit für die Fernfahrer, da die damaligen Fahrerhäuser nicht gerade zum Übernachten geeignet waren. Das änderte sich als die B 224 ausgebaut wurde, da gab es dann keine Lkw-Parkplätze mehr.

Alles “Schnee” von gestern

Auch wenn sich dort Gladbecks “Unterwelt” über Jahrzehnte traf um beim Pokern zu klönen – seit einigen Jahren ist es dort ruhiger geworden. Eine Autowerkstatt mit TÜV-Abnahme ergänzte die kleine Raststätte und der Sprit an der BfT-Tankstelle war immer billig.

Autofahrer auf der A2, die mal eben zum Billig-Tanken einen kleinen Abstecher machen konnten, müssen sich nun umstellen – in Fahrtrichtung Oberhausen kommt lange Zeit nichts.

Nach dem Ausbau der B224 zur A52 wäre dort eine Tankstelle sinnlos

Wenn die Autobahn GmbH das Grundstück nicht erworben hat, stellt sich allerdings die Frage, warum der Betrieb schon jetzt eingestellt wird. Bisher wurde keine Planung für das Teilstück von der A2 bis zur A52 in Buer vorgelegt. Die städtischen Planer scheinen sich aber, was die Trassenführung angeht, sehr sicher zu sein. Das Grundstück von “Berg” wird benötigt, ganz gleich, ob dort nun ein Tunnel oder eine offene Trasse entsteht.

Baubeginn wird allerdings erst in sechs bis zehn Jahren sein – wenn überhaupt. Eine Ab- und Auffahrt zu einer Tankstelle verbietet sich dort schon aus Platzgründen.

Aber vielleicht wirft der Herr ja bald Geld vom Himmel – mit dem Hirn knausert er offensichtlich!


Polizeibericht aus Gladbeck Mitteilungen der Stadt Gladbeck

5 Kommentare

  1. Berg war in den 50ziger 60ziger Jahre (SHELL)eine Lkw Raststätte mit Übernachtungsmöglichkeit für die Fernfahrer, da die damaligen Fahrerhäuser nicht gerade zum übernachten geeignet waren.
    Das änderte sich als die B 224 ausgebaut wurde, da gab es dann keine Lkw-Parkplätze mehr.

  2. Die Sache mit Aral würde durchaus Sinn machen. Wenn da wirklich was dran ist, dann sollten die Macher zügig zur Tat schreiten. Eine Veränderungssperre gibt es nämlich erst, wenn das Planfeststellungsverfahren für die Autobahn-Querung von Gladbeck mit der Offenlegung der Genehmigungsplanung begonnen hat. Bis dahin herrscht – dem Bestand sei Dank! – Baufreiheit. Aral könnte sicherlich vor Ort noch 15 Jahre arbeiten. Bis dahin hätten sich die Investitionen gelohnt. Sollte die Bundesregierung die ziemlich absurde Autobahn durch Gladbeck wirklich bauen wollen, müsste sie dem Mineralölkonzern und seinen Pächtern volle Entschädigung zahlen. Insgesamt also ein gutes Geschäft für das Unternehmen und eine reale Bereicherung für die Gladbecker Tankstellenlandschaft. Sie wäre anders als ein paar andere Vorhaben nicht auf planerischen Luftschlösser gebaut.

  3. Also die Aral-Tankstelle Alfs an der Grabenstrasse / Ecke Schürenkamp gab es schon 1953, als ich eingeschult wurde. Ich kam jeden Tag dort vorbei auf dem Weg zur Lambertischulke

    • Das ist sicher richtig. Doch Alfs ist seit wie vielen Jahren keine Tankstelle mehr? Seit 20, 30 Jahren oder länger. Es gab in Gladbeck eine Menge Tankstellen vor “Berg”. Doch alle sind längst geschlossen. “BERG” noch nicht!

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