
Senioren-Union der CDU in Gladbeck warnt vor Ratsbeschluss
Gladbeck – 08.06.2026 – Protest – Am 16. Juni fällt im Gladbecker Stadtrat eine wichtige Entscheidung, die alle Bürger für die nächsten Jahrzehnte betrifft. Es geht um einen Beschluss im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Energie. Der Ausschuss soll den Kommunalen Wärmeplan für Gladbeck beschließen.
Darf der SPD-Fraktionvorsitzende Tix als Mitarbeiter der ELE überhaupt an der Abstimmung teilnehmen? Seine mögliche Befangenheit wäre dabei zu beachten!
Der Plan hat es in sich. Auf 117 Seiten wird geschildert, wie sich Planer künfig die Wärmeversorgung in Wohnungen, Gewerbebetrieben, Schulen, Altenheimen etc. vorstellen. Die rund 30.000 Gladbecker Haushalte mit 75.000 BürgerInnen wurden nicht dazu befragt. Wohl aber die Unternehmen, die damit in den nächsten Jahrzehnten Kasse machen wollen: Die ELE, die Installationbetriebe, der lokale Fernwärmeanbieter Iqony Wärme GmbH (vormals Uniper Wärme).
Heizen mit Fernwärme in Gladbeck – ein unverständlicher Hype
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Wortgewaltig werden die Chancen der Energiegewinnung für Gladbeck erläutert. Da spielen Wind, Sonne, Strom, Gas, Fernwärme und sogar Grubenwasser eine Rolle. Auch der fragwürdige Heilsbringer grüner Wasserstoff kommt dabei nicht zu kurz. Den gibt es derzeit in Deutschland in einer Menge, mit der man einen Tag lang einen Hochofen in Duisburg befeuern könnte.
Iqony Wärme GmbH liefert Fernwärme aus Steinkohle, Öl, Grubengas und Müllverbrennung. Wer es nicht glaubt, kann das auf deren Webseite nachlesen. Das nennt man Umweltsauerei!
Protest regt sich bei den CDU-Senioren
Auch sonst werden die Ratsmitglieder durch die schiere Menge an Informationen erschlagen. Und welche sozialen und finanziellen Auswirkungen die Wärmeplanung für die Bürger unserer Stadt hat, bleibt völlig offen. Das hat nun die Seniorenunion der CDU auf den Plan gerufen.
Deren Vorsitzender, Michael Dahmen, übt harschen Protest an der Verwaltungsvorlage: “Die Umstellung der Heizungen in Bottrop, Gelsenkirchen und Gladbeck von Öl und Gas auf erneuerbare Energien wird die Hausbesitzer viel Geld kosten. Und natürlich wird die Heizungsumstellung nicht nur für die Hausbesitzer teuer, sondern auch für die Mieterinnen und Mieter”, befürchtet das ehemalige Ratsmitglied der CDU und weiter: ” Es ist zu vermuten, dass der Ausschuss in seiner Sitzung am 16. Juni 2026 die kommunale Wärmeplanung für Gladbeck beschließen will. Das darf aus Sicht der Senioren-Union der CDU in Gladbeck auf Grundlage der bisherigen Sitzungsvorlage nicht geschehen.”
ELE will ihr Gasnetz zurückbauen
“In der Ratsvorlage würden die aktuellen bundespolitischen Veränderungen vollkommen ausgeblendet. Vor allem aber gibt die Kommunale Wärmeplanung der Stadt Gladbeck den Bürgerinnen und Bürgern keine konkreten Auskünfte zu folgenden Fragestellungen” so Dahmen: “Unser Strom- und Gasversorger ELE wirbt aktuell auf seiner Homepage ganz im Sinne der Technologieoffenheit für die Wärmepumpe, die Gasbrennwertheizung und die Hybridheizung. Gleichzeitig spricht aber die ELE davon, dass sie ihr Gasnetz zurückbauen will.”
Womit muss ich nun rechnen, wenn ich mich aktuell für die Gasbrennwertheizung entscheide? Wie lange wird es in meiner Straße noch eine Gasleitung geben?
Der Stromversorger ELE spricht davon, dass er sein Stromnetz massiv ausbauen will; dafür muss das Unternehmen nach eigener Schätzung 373 Mio. Euro in die Hand nehmen, Geld, das die ELE nicht hat. Dafür will die ELE zunächst die Städte Bottrop, Gelsenkirchen und Gladbeck zur Kasse bitten, indem die Städte das Stammkapital verdoppeln müssen.
Als vor vielen Jahrzehnten die Entscheidung anstand, ob das Gladbecker Freibad mit Gas, Strom oder Fernwärme versorgt werden soll, konnte sich die Fernwärme mit einem Kampfangebot gegen das RWE und Manfred Braun (der gern die Nachtspeicherheizung präferierte) durchsetzen. Der damalige Fernwärmechef äußerte sich nach dem Deal so: “Nach 150 Jahren wird sich unser Invest amortisiert haben.”
Kann unsere klamme Stadt Gladbeck sich das leisten? Vor allem aber: Diese Hunderte von Millionen Euro werden am Ende alle Bürgerinnen und Bürger zahlen müssen, nicht nur die Kunden der ELE.
Völlig ungeklärt sind folgende Fragen:
Kann ich heute oder in 10 Jahren oder in 20 Jahren in jeder Straße in Gladbeck eine Photovoltaikanlage auf das Dach schrauben und an das Stromnetz anschließen?
Kann ich überall eine Wallbox für mein E-Auto anschließen?
Kann ich überall eine Wärmepumpe installieren?
Oder ist damit zu rechnen, dass das Stromnetz dies zurzeit gar nicht möglich macht?
Wie lange muss ich unter Umständen warten, bis ich für mich eine energetische Entscheidung treffen kann?
Und wie steht es um die Fernwärme? In Gladbeck wird in einigen Stadtteilen massiv am Leitungsnetz gebaut. Fachleute aus der Immobilienbranche prognostizieren, dass die Kosten der Fernwärme für die Abnehmer in wenigen Jahren durch die Decke gehen werden. Das ist nur zu verständlich, weil die Energiekonzerne, die die Fernwärme liefern, die Hunderte von Millionen Euro, die sie jetzt für die Leitungen investieren, wieder hereinholen wollen.
Energiekonzerne sind keine Wohltätigkeitsunternehmen
Die Bürgerinnen und Bürger wollen wissen, was sie technologisch zu welchem Zeitpunkt machen können und was es sie kostet. Darüber erfahren wir aus der Sitzungsvorlage nichts.
„Was wir Seniorinnen und Senioren ganz besonders brauchen, ist Planungssicherheit. Wir brauchen für den Rest unserer Lebenszeit Klarheit über unsere Energieversorgung. Wir haben nicht die Flexibilität der jüngeren Generationen, die ihre Lebensplanung auch noch einmal ändern können. Diese Sicherheit gibt uns die vorgelegte Wärmeplanung nicht“, kritisiert der Vorsitzende der Senioren-Union Michael Dahmen.
Wenn die Verwaltung und die Kommunalpolitik zum jetzigen Zeitpunkt die offenen Fragen nicht beantworten können, muss die Beschlussfassung über die Kommunale Wärmeplanung der Stadt Gladbeck verschoben werden.
Bei dieser Entscheidung geht Verlässlichkeit vor Schnelligkeit.
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