Gastarbeiter-Anwerbeabkommen wird 60 – auch in Gladbeck

Gastarbeiter-Anwerbeabkommen wird 60 - auch in Gladbeck
Vorsitzende des Freundeskreises, Müzeyyen Dreessen, Bürgermeisterin Bettine Weist und Museumsleiter Alexander Borchard. Foto: Mehmet Tekin

Fotoausstellung mit Begleitbroschüre zum Gastarbeiter-Anwerbeabkommen im Museum eröffnet

01.11.2021 – Gastarbeiter-Anwerbeabkommen – Eine besondere Fotoausstellung haben in Kooperation der Freundeskreis Gladbeck-Alanya, das Museum der Stadt Gladbeck, der Integrationsrat, die Gleichstellungsstelle und das Stadtarchiv aus Anlass des Jubiläums 60 Jahre Anwerbeabkommen mit der Türkei erarbeitet.

Die Arbeitsgruppe erweiterte die Ausstellung auf Menschen aller neun Länder, mit denen Deutschland von 1955 bis 1968 Arbeitskräfte-Anwerbeabkommen abgeschlossen hatte. In den letzten Monaten hat die Arbeitsgruppe dafür viele Interviews geführt und Fotomaterial gesammelt. Das Ergebnis hat sich gelohnt. Insgesamt 26 Fototafeln mit Texten und eine Begleitbroschüre sind entstanden.




Gadstarbeiter der ersten Generation
Auf dem Ausstellungsfoto ist Kadriye Akcaalan mit ihrem Mann Izzet Akcaalan zu sehen, die 1964 gekommen sind. Ihr Mann ist inzwischen verstorben. Die ältere Dame davor ist Frau Akcaalan heute. Foto: Mehmet Tekin

„Geschichten der Arbeitsmigration – Ein Koffer voller Träume“

Unter dem Motto „Geschichten der Arbeitsmigration – Ein Koffer voller Träume“ konnte am letzten Samstag eine umfangreiche Ausstellung dem Publikum aus Mitwirkenden und Gästen vorgestellt werden. Die musikalische Begleitung übernahm der junge Musiker Melih Ulu an dem Instrument Saz, der türkischen Langhalslaute. Bürgermeisterin Bettina Weist hielt ein Grußwort. Der Leiter des Museums, Alexander Borchard, führte in die Ausstellung ein. Sie beinhaltet auch 12 Karikaturen, die in den 70er und 80er Jahren. Karikaturisten aus den jeweiligen Ländern zeichneten sie und stellten die Situation der sogenannten Gastarbeiter damals in Deutschland und ihre Träume dar.

Aus “Gastarbeitern” wurden millionenfach deutsche Staatsbürger

Die Vorsitzende des Freundeskreises, Müzeyyen Dreessen, betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung des gegenseitigen Respekts und der Wertschätzung für das Zusammenleben. „Selbst wenn manche Politiker ihre Zeit mit negativen Beispielen füllen und Medien immer noch viel zu oft von Integrationsproblemen sprechen – Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind heute fester Bestandteil der Gesellschaft. Aus „Gastarbeitern“ wurden Einwohner, aus Italienern, Jugoslawen, Türken millionenfach deutsche Staatsbürger. Trotz aller Probleme und Abgrenzungen ist die Einwanderung unter dem Strich eine Erfolgsgeschichte. Sie hat uns kulturell, wirtschaftlich, kulinarisch und sprachlich bereichert. Es gibt viele erfolgreiche Biographien“, sagt sie.

Video von der Ausstellungseröffnung, das ein türkischer Journalist geschickt hat, der anwesend war. Daher ist das Video auch auf Türkisch. Aber man kann einen Eindruck bekommen. Zum Video auf Youtube.

Gastarbeiter-Anwerbeabkommen: Ehemalige “Gastarbeiter” kamen zur Eröffnung

Die Lebensleistung der ersten Generation der sogenannten „Gastarbeiter“ wolle man mit der Ausstellung würdigen. Dreessen ergänzt weiter: „Es war mutig von ihnen, ihr Land und ihre Familien zu verlassen und als Arbeitskraft in ein völlig fremdes Land zu gehen. Bei den Interviews, die wir geführt haben, erzählten uns viele, dass bisher niemand sie nach ihrer Geschichte gefragt hat. Viele von ihnen kamen zur Ausstellungseröffnung und waren stolz und glücklich über die Würdigung nach Jahrzehnten in dieser Form. Ihre Geschichte gehört nicht nur in dieser Ausstellung erzählt, sondern auch im Bildungssystem. Die Geschichte des Herkunftslandes, die Einwanderungsgeschichte der Eltern und Großeltern, die mitgebrachte Sprache, Kultur und Religion gehören zur Identität dazu. Sie sollten Wertschätzung und Anerkennung finden. Nur so können wir Menschen, die zu uns kommen auch für die Sprache, die Kultur und die Werte dieses Landes gewinnen und eine Identifikation auch mit Gladbeck und Deutschland erreichen.“

Besonderer Dank geht an das Team des Museums, die unter Corona Bedingungen die Organisation inne hatte.

Die Ausstellung ist bis Ende Januar 2022 zu den Öffnungszeiten des Museums zu besichtigen.


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