Baumfällungen

Baumfällungen: "Gedenkflugblatt" für 43 gefällte Bäume an der Wiesmannstraße in Gladbeck-Brauck
"Gedenkflugblatt" für 43 gefällte Bäume an der Wiesmannstraße in Gladbeck-Brauck

Baumfällungen an der Wiesmannstraße

24.11.2020 – Gladbeck – In der ersten Novemberwoche ist es geschehen: Baumfällungen. Die Stadtverwaltung hat alle 43 Bäume an der Wiesmannstraße für den Umbau und die Errichtung neuer Parkplätze gefällt. Es handelt sich dabei um die Lindenallee, die Bäume des Mittelstreifens und die sieben großen Platanen an der Einmündung zur Breukerstraße.

Die Bemühungen des BUND, die Baumfällungen noch zu verhindern, sind trotz vieler Telefonate mit den Verantwortlichen der Stadt sowie der Unteren Naturschutzbehörde leider gescheitert. Auf seinen Hinweis, dass eine andere Planung denkbar sei, wenn man sich nicht auf die Errichtung von kostenfreien Parkplätzen an einer Stelle ohne Parkdruck festgelegt hätte, wurde nicht eingegangen.

Platanen an der Wiesmannstraße
Die Platanen vor der Fällaktion

Die Wiesmannstraße nach der Fällaktion
Die Wiesmannstraße nach der Fällaktion

Die Argumente des BUND mit der Schutzwirkung der großen Bäume für das Mikroklima, ihre Schattenspendung in Hitzesommern, ihre Wasserspeicherung bei Starkregen sowie der Verweis auf die städtische Selbstverpflichtung durch das Ausrufen des Klimanotstandes fielen nicht auf fruchtbaren Boden. Auch Gesprächsrunden mit den BürgermeisterkandidatInnen von Grünen, Linken, CDU und SPD und Ortstermine mit den ersten drei der Genannten konnten die Fällung nicht mehr stoppen, obwohl sogar der CDU-Kandidat zugegeben hat, dass die Parkplätze überflüssig seien.





Immerhin waren die Stadt und die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises gesprächsbereit und erläuterten den Vertreterinnen des BUND bei einem Treffen am 26. Oktober im Rathaus ausführlich ihre Planungen.

Leider war die Stadt auch nicht bereit, wenigstens die vier der sieben Platanen zu erhalten, die trotz eines überdimensionierten Kreisverkehres nicht hätten gefällt werden müssen.

Positiv an dem Gespräch war jedoch das Gesprächsklima sowie das Angebot städtischer Vertreter, den BUND demnächst frühzeitig in Planungen einzubinden und mit ihm im Gespräch zu bleiben. Auf dieses Angebot wird der BUND gern eingehen.


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1 Kommentar

  1. Das ist ein in meinen Augen ein schwerwiegender Umweltskandal!
    Dreiundvierzig (43) gesunde, jahrzehntealte Bäume, die gefällt wurden. Den letzten habe ich fallen sehen, auf meinem Nachhauseweg. Die Allee, die es am Morgen auf dem Hinweg zur Arbeit noch war, glich ein paar Stunden später einem kahlgeschlagenen leblosen Schlachtfeld. Ich war und bin fassungslos. Für Straßenumbauarbeiten und Parkplätze? Kann der Mensch nicht einmal zugunsten der Natur entscheiden, sich zurücknehmen und sich zufrieden geben mit dem Status quo?
    Diese Bäume hatten die letzten Stürme überlebt, viele weitere im Stadtgebiet werden die kommenden und immer schlimmer werdenden Stürme der nächsten Zeit nicht überstehen. Auch für diese Stürme und Orkane ist der Mensch verantwortlich. Fazit: Wir werden in Zukunft mehr Stürme und immer weniger Bäume haben! Da muss der Mensch doch nicht noch von eigener Hand gesunde Bäume fällen! Aber nein: Er wütet mit rabiatem Bewusstsein, wo er nur wüten kann.
    Und es ist nur ein Beispiel von vielen in unserem Stadtgebiet. Allerorten findet so etwas statt. Auch im Innenstadtbereich (im kleineren Rahmen) passiert gerade dasselbe! Der Besitzer des Hauses Hochstr. 40 hat vor einiger Zeit im Hinterhof alle Bäume fällen lassen (nicht genehmigt!) und lässt nun den kompletten Bereich flächendeckend mit schwarzen Steinen pflastern: Mehr Parkplätze für die großen Limousinen werden dringend gebraucht!
    Das wohltuende Grün zwischen den Häusern ist verschwunden, Brutstätten und Nahrungsquelle für Vögel und Insekten, Schatten und Sauerstoffspender für Mensch und Tier.
    Es ist erschreckend, wie die Menschheit tickt: Leben, das jahrzehntelang gewachsen ist wird ohne mit der Wimper zu zucken zu Gunsten toter Materie vernichtet. Es befremdet mich sehr, zu wissen, dass ich ein Teil dieser Menschheit bin!

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