Kirchenaustritte – Gladbecker waren skandalresistent

Kirchenaustritte - Gladbecker waren skandalresistent
Mit einer Verzögerung rollt nun die Kirchenaustrittswelle auch auf Gladbeck zu. Immer mehr Menschen wollen nichts mehr mit der Kirche zu tun haben.

Zahl der Austritte steigt jetzt auch in Gladbeck immens an

31.01.2022 – Kirchenaustritte – Auf Anfrage der Neuen Gladbecker Zeitung teilte Bernd Wedig, Direktor des Amtsgerichts Gladbeck, die aktuellen Kirchenaustrittszahlen mit. Im Jahre 2020 gab es 294 Austritte, das entsprach in etwa den Vorjahreszahlen. Während es in anderen Städten zu wesentlich mehr Austritten kam, warteten die Gladbecker wohl erst noch ab.




Schlange stehen zum Kirchenaustritt
So weit ist es in Gladbeck noch nicht gekommen. Für den Kirchenaustritt benötigt man einen Termin beim Amtsgericht.

Waren die Gladbecker bisher skandalresistent?

Nach Angaben des Amtsgerichtes stieg die Zahl schon in 2021 auf 434 Kirchenaustritte. Das ist eine Steigerung von immerhin 47,1 Prozent zum Vorjahr (2020). Im Januar 2022 sind schon 50 Personen aus der Kirche ausgetreten. Könnte man die Zahl hochrechnen (x 12), dann könnten es in 2022 über 600 sein. Allerdings muss man berücksichtigen, dass zum Jahresbeginn viele Menschen etwas Neues beginnen. Die Zahl könnte also in den nächsten Monaten etwas niedriger ausfallen.

Kirchenaustritte in Gladbeck mit Verzögerung

Doch der anhaltende Skandal um die Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche, das Vertuschen der Straftaten und die Lüge des ehemaligen Papstes dazu, kommen evtl. erst mit einer Verzögerung zum Tragen. Wenn man allerdings bedenkt, dass es in den ersten zwei Monaten des Jahres 2020 „nur“ 37 Austritte gab und diesmal allein im Januar schon 50, dann ist das fast eine Verdreifachung der Austrittszahl.

Kein Stau bei den Kirchenaustritten, aber Vorlauf von zwei bis drei Wochen

Wie ist das Verfahren bei Amtsgericht Gladbeck derzeit geregelt, fragten wir den Amtsgerichtdirektor Wedig. Seine Antwort: „Die Terminabsprachen erfolgen derzeit noch telefonisch. In Kürze sind die Termine jedoch online auf der Internetseite des AG Gladbeck buchbar.“ Auf jeden Fall muss man sich einen Termin geben lassen. „Es gibt keinen Stau in der Bearbeitung, jedoch haben die Termine derzeit einen Vorlauf von etwa zwei bis drei Wochen.“

Über das Verfahren zum Kirchenaustritt informiert das Amtsgericht hier

Termine lassen sich unter dieser Rufnummer vereinbaren: 02043 697-161, -160, -164


Austritts-Lawine nach dem Missbrauchsgutachten

Es ist eine „Bilanz des Schreckens“, ein Dokument des Wegsehens und Vertuschens – und das inmitten der Institution, die so gern Deutungshoheit in Fragen der Moral beansprucht. Die Veröffentlichung des Münchner Missbrauchsgutachtens vor gut einer Woche, am 20. Januar, ließ bei Gläubigen auch die letzten Illusionen über die Vertrauenswürdigkeit „ihrer“ Kirche verpuffen. Für nicht wenige war es der entscheidende Anstoß, der Institution auch formal den Rücken zu kehren.

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Polizeibericht aus Gladbeck Mitteilungen der Stadt Gladbeck

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1 Kommentar

  1. Vorträge Religionsmedizin

    Hallo an alle. Mit 40 schrieb ich als KOSA Gedichte und Haikus, malte Bilder. Mit 50 schrieb ich als SAKO Artikel, mit 60 als „FRANK SACCO“ Bücher über das Thema Religionen. Wo sind sie hilfreich, wo sind sie für Kinder unverträglich? Wo produziert man über ihre Inhalte bereits in der Kita schwere Erkrankungen wie Neurosen, Psychosen, ADS, Autismus, Depressionen, Süchte etc.? Dass auch das Christentum krankmachendes Potential beinhaltet, lehren uns u.a. Bischöfin Käßmann, Eugen Drewermann, Tilmann Moser und die Benediktinermönche im Recollektiohaus in Münsterschwarzach. Neu ist, dass sich heute mit mir ein Mediziner mit dem Thema befasst. Ein Sprechen über Religion gilt in Psychotherapiekreisen seit Freud als Tabu. Betroffene werden abgeschoben. Dabei kommen an einem Religious Trauma-Syndrom (deutsch: Sacco-Syndrom) Erkrankte heute nach der Zeitung Die Zeit „durch alle Ritzen“. Kirchenbesuche bei Erwachsenen nehmen ab, religiös ausgerichtete Kindergärten, private Religiosität und Spiritualität nehmen zu. Nun kam mein letztes und für Laien leicht verständliches Buch heraus. Titel: „Religionsmedizin“, ca. 540 Seiten, Schlosser Verlag. Anlesen kann man es bei Amazon. Und teuer ist es nicht.

    Jetzt, ab 70, halte ich Vorträge in größerem Kreis über das Thema. Interessiert dürften hier als Zielgruppe vorwiegend ehemals konservativ Gläubige, Religionslehrer, Kitaangestellte und natürlich Betroffene und deren Angehörige sein, denen die Zusammenhänge heute zunehmend bewusst werden. Ihr könnt mich buchen. Auch für Interviews. Kosten fallen nur für meine Auslagen (Unterkunft, Reise) und ggf. für Raummiete etc. an. Die sonstigen Einnahmen verbleiben Euch. Liebe Grüße, Euer Frank / Rolf
    Kontaktiert mich über meine Mail: Dr. med. Rolf Reitis, Psychotherapeut und Internist eluapchen1@web.de

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