
Trotz Millionen-Defizit legt Stadt genehmigungsfähigen Haushalt vor
Gladbeck – 18.12.2025 – Haushalt 2026 – Die Stadt Gladbeck hat heute, am Donnerstag, 18. Dezember, den Haushaltsentwurf für das Jahr 2026 in den Rat eingebracht. Bürgermeisterin Bettina Weist und Kämmerin Stefanie Neumann machten dabei deutlich: Die finanzielle Lage bleibt mit einem Defizit von 33,2 Mio. Euro äußerst angespannt. Dennoch stellt die Stadt einen genehmigungsfähigen Haushalt 2026 vor, wahrt damit ihre Handlungs- und Gestaltungsfähigkeit und setzt auch auf wichtige Investitionen.
Hier die Haushaltsrede der Bürgermeistein zum Download
Hier die Haushaltsrede der Kämmerin zum Download
Der Haushaltsentwurf 2026 weist Aufwendungen von 388,7 Millionen Euro und Erträge von 355,5 Millionen Euro aus. Daraus ergibt sich ein Fehlbetrag von 33,2 Millionen Euro. Die Gesamtverschuldung der Stadt steigt weiter an: Zum Jahresende 2025 werden rund 220 Millionen Euro Liquiditätskredite und etwa 146 Millionen Euro Investitionskredite erwartet – zusammen rund 366 Millionen Euro.
Teilt man diese 366.000.000 Euro durch 76.000 (Einwohner), dann entfallen auf jeden Bürger 4.815 Euro Schulden!
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Besondere Belastungen für den Haushalt 2026
Als Hauptgründe für das negative Haushaltsergebnis nannten Bürgermeisterin und Kämmerin die seit Jahren nicht auskömmliche Finanzausstattung der Kommunen, stark steigende Sozialausgaben, wachsende Personalkosten sowie die stetig zunehmende Anzahl an Pflichtaufgaben, auf die die Stadt kaum Einfluss hat.
Hinzu kommen dynamisch steigende Kosten in der Jugendhilfe und der Kindertagesbetreuung. „Allein für Aufgaben, die eigentlich von Bund und Land zu finanzieren wären, hat Gladbeck seit zwischen 2008 und 2022 rund 572 Millionen Euro aufgebracht“, rechnet die Bürgermeisterin vor. Mit Blick auf die angekündigte Altschuldenhilfe des Landes ergänzte Neumann: „Wir rechnen mit einer Entlastung der Liquiditätskredite von rund 63 Millionen Euro. Das ist ein wichtiger Schritt, ersetzt aber keine dauerhaft auskömmliche Finanzausstattung.“
Mit Blick auf den Haushalt 2026 plant die Stadt trotz der angespannten Finanzsituation Investitionen in Höhe von 56,6 Millionen Euro. Schwerpunkte sind:
• 9,7 Mio. Euro für Kitas und Schulen, unter anderem für Schulerweiterungen, Schulhöfe und Kita-Sanierungen
• 8,5 Mio. Euro für Straßen, Brücken sowie Geh- und Radwege
• 3,6 Mio. Euro für die Sportinfrastruktur, etwa für die Sportanlage Burgstraße und ein neues Kleinspielfeld am Weusters Weg
• weitere Mittel für Sicherheit und soziale Infrastruktur
„Wir investieren weiter, auch wenn unsere finanziellen Möglichkeiten längst überschritten sind. Wir machen Gladbeck Tag für Tag zu einem Ort, an dem Menschen sich zu Hause fühlen“, so die Bürgermeisterin. Dabei will die Stadt bewusst Prioritäten setzen, die zuletzt die Verschiebung des Umbaus des Willy-Brandt-Platz gezeigt hat. Denn: Nicht alle Projekte können gleichzeitig umgesetzt werden. Investitionen sollen dort konzentriert werden, wo sie für die BürgerInnen den größten Nutzen haben.
Nicht unerwähnt möchte die NGZ lassen, dass die Stadt unnötige Ausgaben getätigt hat:
• Da ist zunächst die Buersche Straße zu nennen. Für den Bau von 104 Parkplätzen (vorher waren es 140) gibt es keine Landeszuschüsse. Kosten geplant 1 Mio. Euro. Wahrscheinlich kostet es einige Hundertausend mehr.
• Der Kauf der nicht vermietbaren Schrottimmobilie Schwarte für etwa 1,5 Mio. Euro. Damit wollten die Stadt und die Parteien ein weiteres von Migranten geführtes Lokal verhindern.
• Der Kauf von Grundstücken längs der B224 um den Ausbau zur Autobahn zu forcieren. Die Stadt Gladbeck hat bisher eine hohe zweistellige Mio.-Summe ausgegeben. Auch für Grundstücke, die eine künftige Autobahnabfahrt aufnehmen sollen. Das allerdings wäre eine Aufgabe der Autobahn GmbH und nicht der Stadt.
• Geplant ist auch, die Halde am Festplatz abzutragen. Kosten etwa 20 Mio. Euro. Dafür gibt es keine Landesförderung.
• Im Rathaus arbeiten acht akademische Angestellte und planen für den Ausbau der B224 zur A52. Gehälter, Arbeitsplätze und Ausgaben für externe Beratung und Gutachten, schlagen locker mit mehr als eine Mio. jährlich zu Buche.
Mit Blick auf die anstehenden Haushaltsberatungen für 2026 richtete Bürgermeisterin Weist einen klaren Appell an die demokratischen Fraktionen im Rat: „Wir tragen als gewählte VertreterInnen gemeinsam Verantwortung für unsere Stadt, für die Menschen und für das Vertrauen in die Demokratie. Lassen Sie uns diese Verantwortung in den kommenden Haushaltsberatungen gemeinsam wahrnehmen.“
Mit der Einbringung des Haushaltsentwurfs starten nun die Beratungen in den Fraktionen und Fachausschüssen. Die abschließende Entscheidung über den Haushalt der Stadt Gladbeck ist für den 11. Februar 2026 vorgesehen.
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