
Bei der Rentendiskussion reiht sich eine Frechheit an die andere
Gladbeck – 18.12.2025 – Rentner – Die Junge Gruppe der Union im Bundestag besteht aus 18 Abgeordneten. Die meisten von ihnen sind erstmals in den Bundestag gewählt worden. So auch der Abgeordnete Nicklas Kappe, der im Frühjahr 2025 den Wahlkreis Bottrop-Gladbeck-Dorsten gewann.
In der Gruppe der CDU-Youngster gehört er zu den wenigen, die schon einmal rentenversicherungspflichtig gearbeitet haben. Allerdings, er ist ja noch sehr jung, hat er nur wenige Jahre eingezahlt. Würde er jetzt als Rentner gelten, läge sein Monatseinkommen (geschätzt) bei 300 Euro. Gleichwohl sprich der Mann von Generationengerechtigkeit. Das bedeutet für ihn ganz offensichtlich: Die ausgezahlten Renten soweit zu kürzen, wie es eben geht.
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Das Schlagwort „Generationengerechtigkeit“ dient dem Kampf gegen Rentner
Aber Nicklas Kappe (CDU-MdB) fällt nicht ins bergfreie, wenn er sich geschickt anstellt und noch einmal Glück hat bei einer Wiederwahl. Nach zwei Wahlperioden im Bundestag hat er einen Altersgeldanspruch, der doppelt so hoch ist, wie die Rente eines Arbeiters, der 45 Jahre zum Mindestlohn schuftete. Das Besondere daran ist, dass Kappe dafür keinen Cent selbst einbringen muss. Wie bei fast allen Abgeordneten in Deutschland, zahlt der Staat deren Beiträge für die Altersversorgung. Da kann man schon mal eine „große Klappe“ haben und von „Gerechtigkeit sprechen.
Der Bund der Steuerzahler schreibt
Zahlen aus 2023: In 10 Jahren erworbene monatliche Altersrente: NRW-Abgeordneter 2.450 Euro, durchschnittlicher Eckrentner 376 Euro und sogar der Höchstsatz-Rentner schafft es nur auf 800 Euro pro Monat.
https://www.steuerzahler.de/aktuelles/detail/rente-de-luxe-fuer-nrw-abgeordnete/
Die meisten der 18 Renten-Gegner haben keine oder noch geringere Ansprüche als Kappe erarbeitet. Und in ihren Forderungskatalog zur „Reform“ der Rente taucht so manches nicht auf, obwohl Rentner betroffen sind. So zum Beispiel:
o Persönliche Einzahlung von Abgeordneten in die gesetzliche Rentenversicherung (wer möchte, kann sich ja vom eigenen Geld zusatzversichern und das nicht nur von anderen verlangen)
o Alle Selbständigen und Freiberufler müssen in die gesetzliche RV einzahlen
o Die Abschaffung der Beamtenpension (sie ist 30 bis 50 % höher als vergleichbare Rentenansprüche. Ohne, dass Beamte selbst einen Cent in das Rentensystem einbringen)
NRW-Landtags-„Rentner“ stellten sich bloß
Wie scharmlos Politiker sich aus der Staatskasse bedienen, wurde in den letzten Tagen deutlich. Der NRW-Landtag hatte in 2025 beschlossen, dass „verrentete“ Parlamentarier einen jährlich Inflationsausgleich zusätzlich zu ihren Versorgungsbezügen bekommen sollten. Später fiel den Steuergeldplünderern dann auf, dass dafür Abgaben von 6.000 bis 8.000 Euro jährlich zu zahlen sind. (PS: Da fragt man sich doch, wie hoch dieser „Inflationsausgleich“ sein sollte)
Aber Geld ans Finanzamt zahlen und damit einen Teil des Geldes dem Staat zurückgeben, das geht gar nicht. Kurzerhand hob der Landtag in dieser Woche den Beschluss einstimmig! wieder auf. Jetzt prüft die Landtagsverwaltung, mit welchem Trick die Zahlungen doch noch erfolgen könnten.
Soviel erhält ein Landtags-(Rentner) ohne etwas einzuzahlen
Um mal zu verdeutlichen, um welche Summen es hier geht: Ein NRW-Abgeordneter erhält mtl. 11.463,66 Euro. Zusätzlich zu diesen Abgeordnetenbezügen zahlt der Landtag für jeden Abgeordneten mtl. 3.067,33 Euro in das (Renten-)Versorgungswerk für Abgeordnete ein. Weiterhin bekommt jeder MdL eine Monatspauschale für die Beschäftigung von Mitarbeitern von 10.208,00 Euro (weitgehend steuerfrei).
Ohne einen Cent selbst einzuzahlen, hat ein NRW-MdL bereits nach 10 Jahren einen Versorgungsanspruch von 2.450 Euro mtl. (siehe Einschub oben: Bund der Steuerzahler)
Ein Mindestlohnempfänger, der 45 Jahre gearbeitet hat und Beiträge einzahlte, kann mit etwa 1.000 Euro aus der gesetzlichen Rentenversicherung rechnen. In solchen Vergleichen zeigt sich, wie stark Rentner betroffen sind.
Da klingt es nur noch höhnisch, wenn Leute, die nichts zur Sicherung der Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung beitragen, dann auch noch von „Generationengerechtigkeit“ faseln.
Also: Wer Rentner quält, wird nicht gewählt!
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Ein lesenswerter Beitrag des Bundes der Steuerzahler:
Rente de luxe für NRW-Abgeordnete | Bund der Steuerzahler e.V. https://share.google/aBY2RF3ViosinUk2U