Bundestagsabgeordnete sollen „Renten-Rückgrat“ zeigen

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Heimische Bundestagsabgeordnete sollen „Renten-Rückgrat“ zeigen
Auf Dauer nicht zu machen: das Schleppen von Säcken. Gerade Ältere stoßen bei schwerer körperlicher Arbeit wie auf dem Bau an ihre Grenzen. Deshalb soll es für alle, die hart arbeiten, eine „Flexi-Rente“ geben – eine Art „Expresszugang in den Ruhestand“, fordert Thomas Hams von der IG BAU EmscherLippe-Aa. Außerdem appelliert er an die heimischen Bundestagsabgeordneten, sich gegen die Abschaffung der Rente mit 63 stark zu machen. Und auch beim Rentenniveau fordert die IG BAU Emscher-Lippe-Aa eine Haltelinie bei zunächst 48 Prozent. Die Zielmarke müsse künftig allerdings wieder bei mindestens 53 Prozent liegen. Foto: IG BAU | Alireza Khalili

IG BAU: Rente dem „Härtegrad der Arbeit“ anpassen: Nur 310 Bauarbeiter im Kreis Recklinghausen sind über 63

Gladbeck – 11.07.2026 – Bundestagsabgeordnete – Wenn der Job längst zu hart und die Rente noch zu weit weg ist: Von den rund 7.080 Bauarbeitern im Kreis Recklinghausen sind nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur gerade einmal rund 310 Beschäftigte älter als 63 Jahre.

„Ob Maurer, Dachdecker, Kanal- oder Straßenbauer: Sie machen harte körperliche Arbeit. Und das bei Wind und Wetter – bei Hitze und Frost“, sagt Thomas Hams von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Der Vorsitzende der IG BAU Emscher-Lippe-Aa sieht dabei eine kritische Altersgrenze. „Für die meisten ist schon Schluss, bevor sie 60 sind. Sie packen die Arbeit auf dem Bau gesundheitlich dann einfach nicht mehr“, so Thomas Hams.

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Für die IG BAU Emscher-Lippe-Aa ist klar: „Es schafft kaum einer, auf dem Bau bis 67 zu arbeiten. Wenn es demnächst dann noch länger gehen soll: keine Chance“, so Thomas Hams. Der Gewerkschafter kritisiert damit die Pläne der Rentenkommission, die die Bundesregierung umsetzen will. „Was dabei fehlt, ist die Flexi-Rente. Also die Chance auf vernünftige Übergänge vom Arbeitsleben in den Ruhestand für alle Branchen, in denen Beschäftigte durch ihren Job gesundheitlich einfach früher am Ende sind. Eine faire Rente muss unbedingt dem ‚Härtegrad der Arbeit‘, die geleistet wird, angepasst werden“, sagt Thomas Hams. Zudem fordert er für die Betroffenen einen „Expresszugang in den regulären Ruhestand“.

Das gelte für die Baubranche, aber auch für die Land- und Forstwirtschaft, die Gebäudereinigung, den Garten- und Landschaftsbau. An die heimischen Bundestagsabgeordneten im Kreis Recklinghausen und der Region appelliert die IG BAU Emscher-Lippe-Aa, „Renten-Rückgrat“ zu zeigen. Außerdem sollen sie die Pläne der Bundesregierung „dringend zu korrigieren“. Andernfalls würden viele Berufe, in denen hart gearbeitet werde, mehr und mehr an Attraktivität verlieren.

Für viele Baby-Boomer ein Schlag ins Gesicht

Ein weiterer Kritikpunkt der Gewerkschaft: das Abschaffen der Rente mit 63. „Das wäre gerade  Es macht ihnen nämlich einen dicken Strich durch ihre Lebensplanung“, sagt Thomas Hams. Betroffen davon seien viele: Im Kreis Recklinghausen gibt es 100.600 Baby-Boomer. Diese gehen in den kommenden zehn Jahren in Rente, so die IG BAU Emscher-Lippe-Aa. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Berechnungen des Pestel-Instituts.

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Der Chef der IG BAU Emscher-Lippe-Aa warnt, die geburtenstarken Jahrgänge nicht zu enttäuschen. „Immerhin haben viele Boomer ihre Beitragsjahre für die Rente voll. Sie haben 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt und damit eine enorm lange Zeit ihres Lebens gearbeitet. Ihnen jetzt – gewissermaßen kurz vor knapp – die Rente mit 63 vor der Nase wegzuschnappen, das geht nicht. Das kostet politisches Vertrauen – und Vertrauen in den Staat“, ist Thomas Hams überzeugt.

Im Fokus der Kritik der IG BAU Emscher-Lippe-Aa steht auch das Rentenniveau. Dabei gehe es um einen weiteren wichtigen Punkt von den 33 Vorschlägen, den die Rentenkommission vorgelegt hat: Es fehle eine garantierte Haltelinie beim Rentenniveau.

Hierauf baue vor allem die kommende Rentner-Generation. „Der Staat darf den BabyBoomern ab 2031 kein Absenken des Rentenniveaus unter 48 Prozent zumuten. Auch hier muss die Rentenpolitik Verantwortung zeigen: Rente ist politische Vertrauenssache“, so Thomas Hams.

Die Bundesregierung müsse dringend klarstellen, dass es keinen Einbruch beim Rentenniveau gebe – auch nicht beim Übergang zur kapitalgedeckten Zusatzrente. „Grundsätzlich muss das Rentenniveau dann schnell wieder auf mindestens 53 Prozent kommen“, sagt IG BAU-Bezirkschef Thomas Hams. Auch hierfür sollen sich, so die Forderung der IG BAU Emscher-Lippe-Aa, die heimischen Bundestagsabgeordneten in ihren Fraktionen in Berlin jetzt stark machen.

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