Ungarn: Die neue politische Landschaft erläutert

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Ungarn: Die neue politische Landschaft
Ungarn auf der Landkarte. Bild: Wikipedia

Warum die rechten Parteien jetzt die Mehrheit im Parlament haben und die Linken scheiterten

Gladbeck – 14.04.2026 – Ungarn – Was ist eigentlich der Grund zur Freude der sich auch bei einigen links Denkenden über das Wahlergebnis in Ungarn einstellt?

Schauen wir uns das Wahlergebnis doch mal genauer an: Die Partei des Ex-Premiers Ferenc Gyurcsány, die lange die stärkste Kraft links der so genannten „Mitte“ war, stürzte bei dieser Wahl auf ca. 1,2 % ab und verpasste damit deutlich den Einzug ins Parlament. Die sozialdemokratische MSZP (Sozialisten) blieb sogar bei deutlich unter 1 Prozent. Auch die grüne Partei flog im hohen Bogen aus dem Parlament. Ihr Ergebnis ist so gering, dass man es kaum auszählen kann …


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Im Parlament sind jetzt also nur noch rechtskonservative bzw. „rechte“ Parteien vertreten. Die neue Regierungspartei Tisza, die aus einer Abspaltung der bisherigen Regierungspartei Fidesz hervorging, erzielte 53.6 Prozent. Die Fidesz verlor relativ stark, fast 16 Prozent, kommt aber immer noch auf fast 38 Prozent. Dazu kommt „Unsere Heimat“ mit 5,9 Prozent.

Was also ist der Grund zur Freude über dieses Wahlergebnis? Sind es migrationspolitische Fragen? Da hat die neue Regierungspartei doch schon verkündet, dass sie ziemlich genau das fortsetzen möchte, was auch bisher schon Regierungspolitik gewesen ist. Oder sind es die sozialpolitischen Versprechen? Da haben sich beide Parteien ja in einem gegenseitigen Überbietungswettbewerb im Wahlkampf befunden. Immer nach dem Motto: wenn der andere was verspricht, haue ich noch was oben drauf … Ob davon auch nur irgendwas realisiert wird, ist aber ziemlich fraglich.

In den wirtschaftspolitischen Kernfragen wäre indes die deutsche CDU im Vergleich zur neuen ungarischen Regierungspartei Tisza aber aus konservativer Sicht fast schon als ein Hort von „linken Träumern“ einzuordnen … Denn gerade Tisza steht ja für das, was rechte, neoliberale Ideologen immer mit ‚marktliberaler Erneuerung‘ zu verharmlosen suchen, wie kaum eine andere politische Kraft. Also zum Beispiel auch für massive Privatisierungen im öffentlichen Sektor. Was freut uns also als links denkende Menschen an diesem Wahlergebnis so besonders?

Ich meine: wenn das Handelsblatt, wenn die FAZ und andere Medien, darunter auch vulgärere Exemplare der hiesigen Mainstream-Medien, jetzt so jubeln, dann kann ich das ja nachvollziehen. Also wegen der größeren Nähe der neuen Regierungspartei zur Nato, zur EU und auch allgemein der größeren Nähe zur westeuropäischen Kriegspolitik. Aber was treibt links denkende Menschen an, die sich jetzt zum Teil ja auch so freuen?

Text: Andreas Grünwald

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