
Ende der Fahrbahnsperrungen nicht absehbar
Gladbeck – 05.02.2026 – Europabrücke – Schon mehrfach haben wir über die Brückenprüfung der Europabrücke berichtet. Laut Einlassungen der Stadt Gladbeck findet eine umfangreiche Prüfung statt, weil der Verdacht besteht, dass beim Bau der Brücke ähnlich Fehler gemacht sein könnten, wie an der Dresdner Carola Brücke, die am 11. September 2024 einstürzte und vollständig abgerissen wurde. Die Carola Brücke wurde 1971 gebaut. Die Europa Brücke wurde 1967 fertiggestellt.
Insbesondere bestünde der Verdacht, so die Stadtverwaltung, dass in Gladbeck ein ähnlicher Beton und ein ähnlicher Stahl wie in der Carola Brücke verbaut sein könnte. Da stellt sich doch die Frage, ob Westdeutschland 22 Jahre vor der Wiedervereinigung Beton und Stahl zum Brückenbau aus der verhassten DDR importiert hat. Weiterhin stellt sich die Frage, ob an dem Gerücht etwas dran ist, dass bei der Zusammenlegung der Städte Gladbeck und Bottrop Akten der Europa Brücke verloren gingen. Darin müsste eigentlich dokumentiert sein, woher Stahl und Beton stammen und von welcher Qualität sie waren.
Auch wird völlig außer Acht gelassen, dass Fachleute das Desaster in Dresden darauf zurück führen, dass man dort den Beton während einer starken Regenperiode gegossen hat.
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Mitte Oktober 2025 antwortete die Stadt Gladbeck auf die Presseanfrage der NGZ noch so: „Die Europabrücke wurde in den vergangenen Monaten einer intensiven Hauptprüfung nach DIN 1076 unterzogen. Diese regelmäßige Bauwerksprüfung ist weitgehend abgeschlossen. Dabei wurden keine gravierenden neuen Schäden festgestellt. Die Brücke befindet sich in einem altersgemäßen Zustand“.
Und weiter: Die Europabrücke sei eine Spannbetonbrücke. Sie sei etwa ebenso alt und in ähnlicher Bauweise errichtet, wie die im vergangenen Jahr eingestürzte Carolabrücke in Dresden. Auf Empfehlung unabhängiger Sachverständiger ist daher eine zusätzliche Materialuntersuchungen des in der Brücke verbauten Spannstahls beauftragt und an spezialisierte Ingenieurbüros vergeben.
Die einspurige Verkehrsführung bleibe bis zum Abschluss dieser Materialprüfungen bestehen. Derzeit bereite man die Untersuchungen des Spannstahls vor, die noch im Laufe dieses Jahres durchgeführt sein sollen, teilte die Stadtverwaltung weiter mit. So weit die Infos im Oktober 2025!
Bauwerksprüfung der Europabrücke ist noch nicht abgeschlossen
Die Neue Gladbecker Zeitung hat Anfang Februar 2026 noch einmal nachgehakt und nach dem Stand der „Ermittlungen“ gefragt. Nun heißt es, anders als im Oktober: „Die Bauwerksprüfung ist keineswegs abgeschlossen. Kapazitäten rund um die Bauwerksprüfungen sind in ganz Deutschland knapp. Wir stehen in Konkurrenz mit der Autobahn GmbH und StraßenNRW sowie anderen Kommunen. Die Stadt Gladbeck konnte jedoch ein Fachbüro beauftragen, ist jedoch hier auf verfügbare Termine angewiesen.“
Ergebnisse der (seit 10 Monaten andauernden) Bauwerksprüfung lägen ebensowenig vor, wie eine Einschätzung der Prüfer, schreibt uns Stadtsprecher David Hennig.
Auf die Frage, wann mit der Aufhebung der Fahrbahnsperrungen zu rechnen ist, antwortete der Stadtsprecher. „Hier bleibt die abschließende Bewertung durch die Fachingenieure abzuwarten.“
Eine weitere Frage der NGZ war: Unter der Europabrücke, auf der Möllerstraße, gibt es neuerdings ein beidseitiges Halteverbot. Steht das im Zusammenhang mit dem Zustand der Brücke?
Antwort: „Nein, hier handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme. In der Vergangenheit wurde die Fläche gern zum Abstellen von LKW genutzt. Der Brand eines einzigen Fahrzeugs unter der Brücke kann zum Versagen des Tragwerks und dem Einsturz der Brücke führen. Das soll vermieden werden.“
Unsere finale Frage: Muss damit gerechnet werden, dass die Brücke neu gebaut wird?
Antwort: „Die Lebensdauer der Brücke ist auf ca. 70 Jahre begrenzt. Die Brücke hat dieses Alter demnächst erreicht. Die Verwaltung plant einen Neubau innerhalb des nächsten Jahrzehntes.“
Eine Million für die Planung der Europabrücke in 2026 auf 100.000 Euro reduziert
Nun, 63 Jahre hat die Europabrücke schon auf dem Buckel. Dann wird es langsam Zeit, mit der Planung zu beginnen. Aber vielleicht haben wir nur einen Teil der Wahrheit erfahren, denn im Stellenplan der Stadt Gladbeck für das Jahr 2026 sind gleich vier Stellen zur Sicherstellung einer funktionierenden Infrastruktur („10 Brücken in 10 Jahren“) ausgewiesen. Sie sollen 407.000 Euro pro Jahr kosten.
Und so eben erreichte uns die Info, dass die Stadt Gladbeck vorschlägt, dass im Haushalt 2026 statt einer Mio. Euro für „vorbereitende Planungsleistungen für den zukünftigen Brückenbau“ nur noch 100.000 Euro veranschlagt werden.
Da steckt ganz sicher mehr dahinter. Warum legt die Stadtverwaltung die Karten nicht auf den Tisch? Mit dem Neubau der Europabrücke stehen gravierende Probleme für den Nord-Süd-Verkehr in Gladbeck an!
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Na, mir scheint, hier kommentiert evtl. ein neuer weibl. Rolf Schlegel.
Ich Frage mich auch wen das heute noch interessiert.
Das ist Füllmaterial für den Text.
Zum Betonexperten kann ich nur sagen „lange Rede kurzer Sinn “ wäre auch ein guter Politiker.
Leider ist der Bericht von dem Betonfachmann so übertrieben ausschweifend, dass man am Ende nicht mehr weiß was da stand. Er hatte auch Politiker werden können.
Den Artikel des Betonsachverständigen fand ich sehr interessant und mit viel Sachkennntnis dargestellt. Sehr wohltuend gegenüber den peinlichen Angriffen der Frau Zimmer in Richtung Stadtverwaltung und vor allem gegen die Politiker. Mit dem Lesen von zusammenhängenden Texten hat sie auch Schwierigkeiten.
Die Brücke wurde übrigens gebaut, weil damals der schrankengesicherte Bahnübergang (die sogenannte „Glückauf-Schranke“) sehr lange Wartezeiten verursachte. Die Europabrücke änderte das, davor entstanden auch viele Diskussionen über die Streckenführung, denn einige Häuser mussten weichen. Kann mich noch an einen Artikel in den Ruhr-Nachrichten erinnern, der über eine „hitzige Bürgerversammlung“ berichtete. Bin gespannt, wie es weiter geht.
Da irrst Du lieber Peter,
die Brücke an der Zweckeler Str. wurde deswegen gebaut. Auf der Feldhauser Str. (Bahnlinie Hamm-Osterfeld) gab es die sogenannte „GlückAuf-Schranke“. Man hatte Glück, wenn Sie mal auf war.
Die Europabrücke hat keinen Bahnübergang ersetzt. Die Straßenführung ging samt Straßenbahn nach Kirchhellen und Zweckel, unter den Bahngleisen hindurch. Also eine Unterführung und keine Schranke. Bei Starkregen stand die Unterführung oft unter Wasser. Das Problem wurde durch die Europabrücke behoben.
Europabrücke, Stellungnahme Dipl.Ing. A. Titz;
Die Stellungnahme von Herrn Titz ist ja offensichtlich nicht ohne Brisanz.
Deshalb kann man gespannt sein, ob Verwaltung und Politik der Stadt Gladbeck sich dazu öffentlich äußern werden. Auch wenn das entgegen ihrer Gewohnheit ist, Berichte der NGZ zu ignorieren und unkommentiert zu lassen.
Was nutzt die Rede der Politik von „wir haben verstanden“ oder von „Transparenz, Neutralität und Glaubwürdigkeit als zentrale Werte“.
In Bezug auf die (aktuellen) Maßnahmen an der Europabrücke wird/wurde überwiegend geschwiegen. Eine Maßnahme begleitende aktive Information der Bürger fand meines Wissens nicht statt. Erst auf Nachfrage der NGZ zum aktuellen Stand der Untersuchungen wird das Amt für Kommunikation aktiv und gibt Auskunft. Als Bürger dieser Gemeinde hätte ich mir gewünscht, dass seitens der Politik und Verwaltung proaktiv gehandelt worden wäre.
Das paradoxe Schweigen von Verantwortlichen ist oft mehrdeutig und erzeugt bei manchem Bürger Misstrauen.
Ja der Admin hat Recht.
Das ist ja mal eine super Information zu der Europabrücke. Mein Mann fährt LKW und hat 16 Jahre immer dort geparkt. Schlagartig“ABSOLUTES PARKVERBOT“. Hatte mich auch bei der Bürgermeisterin beschwert. Eine Antwort kam von einer anderen Person aus dem Rathaus. Auf meine 2te Email wurde nicht reagiert. Es wird, wie schon geschrieben wurde, nur um den heißen Brei geredet. Zu Stoßzeiten ist der Verkehr echt krass. Gehupe und Schreierei. Wir Bürger müssen das so hinnehmen. Stört das Rathaus eh nicht mit der Spursperrung.
Die Frage, ob Westdeutschland 22 Jahre vor der Wiedervereinigung Beton und Stahl zum Brückenbau aus der verhassten DDR importiert hat, stellt sich definitiv nicht.
Eine falsche Rezeptur oder schlechte Qualität findet sich auch hier dann und wann, zumal Beton über solche Strecken zu transportieren völlig sinnlos ist.