Café Schwarte wird verkauft – die Kuh ist vom Eis

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Café Schwarte wird verkauft
Neonlichter und verführerischer Abendflair: so stellen sich die beiden Gladbecker ihr Retro-Etablissement vor. Foto: Neue Gladbecker Zeitung und KI

Zwei Lokalpatrioten wollen die Neo-Lido-Bar eröffnen

Gladbeck – 01.04.2026 – Café Schwarte – Das Hin und Her und das Auf und Ab um die Immobilie Schwarte nähert sich einem Ende. Die Stadt Gladbeck hat sich entschlossen, das denkmalgeschützte Haus wieder zu verkaufen. Der aktuelle Verkaufspreis soll exakt dem früheren Kaufpreis entsprechen. Aus dem städtischen Pressezentrum ist für die NGZ dazu nur zu erfahren, dass es sich zunächst um eine win-Situation für die Stadt handelt.

Der aufgenommene Hypothekenkredit kann abgelöst werden, weitere Zinszahlungen entfallen und, ein sehr wichtiger Vorteil, Umbau und Renovierungskosten fallen für die Stadt nicht an. Die werden von den Käufern der Immobilie übernommen.


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Nach intensivsten Gesprächen mit der Wirtschaftsförderung haben sich zwei Gladbecker Lokalpatrioten älteren Semesters dazu entschlossen, das Wagnis einzugehen, der Innenstadt mehr Schwung verleihen zu wollen. „In Erinnerung an quirligere Zeiten in der City mit dem Kneipendreieck Surmann/Pütter, Hegemann (abgerissen) und Atta Vennemann (auch abgerissen), soll etwas Neues entstehen. Als Vorbild dient die auch nicht mehr existierende legendäre Lido-Bar, ein Nachtclub mitten in der Innenstadt auf der Hochstraße, neben dem Apollo-Kino (auch abgerissen)“, so Bodo K., einer der Investoren.

Und das ist jetzt das Überraschende!

Die beide Käufer werden im ehemaligen Café Schwarte eine Erotik-Bar einrichten mit dem Namen Neo-Lido-Bar. In den oberen Etagen werden Übernachtungsmöglichkeiten angeboten.

Dieses Vorhaben hatte zunächst in den Gesprächsrunden zu heftigsten Protesten von Seiten der CDU-Vertreter und den Vertreterinnen der Grünen geführt, während sich die SPD-Clique abwartend verhielt. Letztendlich konnten sich die GegnerInnen aber nicht durchsetzen.

Denn die Mehrheit der GesprächspartnerInnen verstand schließlich den Lockruf des Geldes: pecunia non olet. Geld stinkt eben nicht bei klammen Kassen. Die Investoren, die auch die Betreiber sein werden, konnten damit überzeugen, dass der Betrieb einer Erotik-Bar die angrenzenden Gastro-Hundertmeter der Rentforter Straße zu einer Gastromeile aufwerten würde, was den Grünen entgegenkam. Alles nach dem Motto: Erst lecker essen, dann gemütlich in der Neo-Lido-Bar absacken.

Das sorgt für eine höhere Besucherfrequenz, damit mehr Umsatz und mehr Steuern im Stadtsäckel. „Und das hat, bei allen moralischen Bedenken, eine Mehrheit überzeugt“, meint Hans-Hermann L., der zweite Investor.

Die beiden älteren Gladbecker erzählten abschließend, wie sie sich darüber gewundert hätten, dass den überwiegend jüngeren Gesprächspartnern aus Politik und Verwaltung die Kinnladen runtergeklappt seien ob ihrer Erzählungen über eine lebendige Gladbecker Innenstadt mit PKW-und Straßenbahnverkehr und vielen gut besuchten Einzelhändlern und Kneipen.

„Die hatten überhaupt keine Ahnung davon, was früher so in Gladbeck los war“, meinten Bodo und Hans-Hermann gegenüber der NGZ.

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