Gastronomie in der Dauerkrise

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Gastronomie in der Dauerkrise - Insolvenzen
Creditreform hat Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben, Cafés u. Ä. untersucht.

Über 11.000 Insolvenzen seit 2020

Gladbeck – 20.03.2026 – Gastronomie – In der Gastronomie steigt die Zahl der Unternehmensschließungen und Insolvenzen weiter an. Allein in den Jahren 2024 und 2025 gaben bundesweit rund 24.500 Gaststätten, Restaurants und Lokale auf. Auch die Zahl der Insolvenzen legte zu – 2025 um fast 30 Prozent und damit deutlich stärker als im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.

Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der Creditreform Wirtschaftsforschung in Neuss.


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„Pandemie, Energiekrise und Inflation haben die Gastronomie hart getroffen. Viele Betriebe haben diese Abfolge von
Krisen nicht überlebt. Zehntausende Restaurants und Lokale mussten seitdem schließen“, sagt Patrik-Ludwig
Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung.

„Die Absenkung der Umsatzsteuer soll der Gastronomie Luft verschaffen. Für viele Unternehmen kommt diese Entlastung jedoch vermutlich zu spät. Gleichzeitig verschiebt sich der Konsum immer stärker hin zu Lieferdiensten statt zu klassischen Restaurantbesuchen.“ Ähnliche Verhaltensänderungen machten auch dem stationären Einzelhandel  zu schaffen, so Hantzsch weiter.

Insolvenzen seit 2022 verdoppelt

Der starke Anstieg der Insolvenzen in den Jahren 2024 (plus 26,5 Prozent) und 2025 (plus 29,6 Prozent) spiegelt
die angespannte Lage wider. Allein 2025 mussten rund 2.900 Betriebe Insolvenz anmelden – mehr als doppelt so
viele wie 2022 mit 1.394 Fällen. Im Zeitraum von 2020 bis 2025 summierte sich die Zahl der Insolvenzen in der Gastronomie bundesweit auf 11.252. Zu den bekanntesten Insolvenzfällen der letzten Jahre gehörte die Cocktail- und
Restaurantkette Sausalitos mit über 1.000 Beschäftigten.

Besonders stark stiegen zuletzt die Insolvenzen in den Unterbranchen „Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben“
(plus 30,5 Prozent) sowie „Caterer und Verpflegungsdienstleister“ (plus 30,7 Prozent). Etwas weniger deutlich fiel der Anstieg bei „Diskotheken und Getränkeausschank“ (plus 23,9 Prozent) aus.

„Wenn sich die Rahmenbedingungen nicht bald verbessern, wird die Gastronomie weiter ausdünnen. Besonders
kleine, inhabergeführte Betriebe kämpfen angesichts hoher Energie-, Miet- und Lebensmittelkosten ums Überleben“, warnt Hantzsch. Besonders in kleinen Städten und Dörfern dürfte dieser Wandel deutlich sichtbar werden.

Eigenkapitalquoten unter Druck

Auch die finanzielle Lage sieht nicht gut aus. So liegen die Eigenkapitalquoten deutlich unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt. Bei 38,7 Prozent der Unternehmen beträgt die Quote weniger als 10 Prozent.

In den Vorjahren war der Anteil noch höher – 2022 war mehr als jedes zweite Unternehmen (52,1 Prozent) eigenkapitalschwach, was sich in steigenden Insolvenzzahlen spiegelt. Rund ein Drittel der Betriebe (32,0 Prozent) weist zudem eine negative Gewinnmarge auf. Weitere 30,0 Prozent arbeiten zwar profitabel, erzielen jedoch nur geringe Margen von unter 5 Prozent.

„Oft übersteigen die kurzfristigen Verbindlichkeiten die liquiden Mittel. In solchen Fällen besteht ein erhöhtes Insolvenzrisiko. Daher dürfte die Zahl der Insolvenzen 2026 nochmals steigen“, so Hantzsch.

Kurzsteckbrief Gastronomie

Gastro-Entwicklung über sechs Jahre
Insolvenzen in der Gastronomie. Tabelle: Creditreform

*) vorläufige Angaben; Quellen: Creditreform, ZEW MUP

Methodik

Für die Analyse hat die Creditreform Wirtschaftsforschung die Wirtschaftszweige der Gastronomie (Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben, Cafés u. Ä.) untersucht. Selektiert wurden Unternehmen, die mehrere Betriebe führen können. Die Untergliederung der Wirtschaftsbereiche erfolgte gemäß der Klassifikation der Wirtschaftszweige der amtlichen Statistik (WZ-Klassifikation). Unternehmensbestände basieren auf der aktuell verfügbaren Umsatzsteuerstatistik. Insolvenzzahlen und Schließungen entstammen der Creditreform Wirtschaftsdatenbank und dem Mannheimer Unternehmenspanel vom ZEW.

Quelle: Creditreform

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