Extremwetterereignisse: Neues Klimaanpassungskonzept in Gladbeck

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Extremwetterereignisse: Neues Klimaanpassungskonzept
Die beiden Halden an der B224 kompensieren die Wärmeinsel der Innenstadt. Foto: Neue Gladbecker Zeitung

Stopp der Entfernung der grünen Halde leider nicht vorgesehen

Gladbeck – 17.10.2025 – Extremwetterereignisse – Wie kann Gladbeck besser auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet werden? Und welche Maßnahmen sind dabei besonders wichtig? Mit diesen und weiteren Fragen hat sich die Klimaanpassungsmanagerin des Amts für Umwelt, Klima und Energie in den vergangenen knapp zwei Jahren beschäftigt.

In verschiedenen Beteiligungsformaten wurden zahlreiche AkteurInnen eingebunden, um eine möglichst breite Vielfalt an Perspektiven und Erfahrungen in den Prozess der Konzepterstellung einfließen zu lassen.


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Das Ergebnis ist ein umfassendes Klimaanpassungskonzept. Es zeigt detailliert auf, welche Auswirkungen des Klimawandels Gladbeck in Zukunft betreffen könnten. Außerdem wird dargestellt, welche Bereiche besonders betroffen sein werden.

Bedauerlich an diesem Konzept ist,

dass der Klimamanagerin „die Hände gebunden“ sind. Ein freies kreatives Arbeiten ist schlicht unmöglich, wenn das Dogma des Autobahnausbaus quer durch Gladbeck über einem schwebt. Dabei wissen alle, dass Gladbeck im Kreis Recklinghausen von allen 10 Städten die höchste Klimabetroffenheit aufweist. Es ist nicht verwunderlich, dass der für 20 Mio. Euro geplante Abriss der bewaldeten Halde am Festplatzin dem Konzept nicht vorkommt. Die Klimamanagerin beklagt den hohen Versiegelungsgrad im Stadtgebiet und müsste eigentlich dagegen kämpfen, dass dort, in unmittelbarer Stadtnähe, nicht weiter versiegelt wird. Es ist aber verständlich, dass die Verlängerungsoption ihres Arbeitsvertrages Vorrang hat.

Dabei wurde auch die bereits hohe Bedeutung des vorhandenen Stadtgrüns und der zahlreichen Stadtbäume berücksichtigt, die wesentlich zur Kühlung und Lebensqualität im städtischen Raum beitragen. Zum anderen
wurden auf Basis dieser Analysen gezielte Maßnahmen entwickelt, mit denen unsere Stadt langfristig widerstandsfähig und zukunftssicher gestaltet werden soll.

Beispiele hierfür sind die Aufstellung von Trinkwasserbrunnen im öffentlichen Raum. Auch die Integration des Schwammstadt-Prinzips in die Verwaltungsarbeit gehört dazu. Außerdem soll eine breit angelegte Informationskampagne BürgerInnen sensibilisieren und zum Mitmachen motivieren.

Damit das Konzept nun in die Umsetzung gehen kann, ist bereits ein Antrag auf Folgeförderung gestellt. Mit den Fördermitteln will die Stadt Gladbeck sowohl die Stelle der Klimaanpassungsmanagerin sichern, als auch erste konkrete Maßnahmen realisieren.

Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung sind alle interessierten BürgerInnen eingeladen, sich über das neue Klimaanpassungskonzept zu informieren und selbst aktiv zu werden.

Neben der Vorstellung zentraler Ergebnisse bietet ein interaktives Planspiel die Gelegenheit, eigene Prioritäten zu setzen und konkrete Maßnahmen für die Stadt mitzugestalten.

Die Veranstaltung findet statt am Montag, 17. November, von 16 bis 18.30 Uhr im Neuen Rathaus, Willy-Brandt-Platz 2, Raum 061. Der Raum ist barrierefrei zugänglich.

Die Veranstaltung wird einen Einblick in das Gladbecker Klimaanpassungskonzept geben mit aktuellen Ergebnissen und einem Ausblick auf die nächsten Schritte. BürgerInnen haben ebenso die Möglichkeit, sich zu informieren und Fragen zu den geplanten Maßnahmen einzubringen und können in einem interaktiven Bereich in die Rolle von StadtplanerInnen schlüpfen und so eigene Prioritäten für das Klima setzen.

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2 Kommentare

  1. Klimaanpassungskonzept
    „Schubladenmanagement“, eine herrliche Worterfindung des Herrn Houben. Vielleicht sollte man im Gladbecker Verwaltungs-und Politikersprech ergänzen: lebendiges, attraktives und zukunftsfähiges Schubladenmanagement.
    Das Wort „Betonfraktion“ allerdings ist nicht ganz neu in der politischen Diskussion, trifft aber aktuell zusammen mit Maßnahmen zur Vorbereitung auf Folgen des Klimawandels in Gladbeck.
    Ein Beispiel?
    Der Umbau des Willy-Brandt-Platzes wird wieder mit vielen Kubikmetern Beton und vielen Quadratmetern Betonplatten vorgenommen werden. Der umgebaute Platz wird sich deshalb wahrscheinlich genauso aufheizen wie der jetzt noch existierende. Das ist dann gut fürs Klima in der Innenstadt!?
    Die Planenden und Politisierenden sollten sich vielleicht Anregungen in einer, neben Gladbeck, anderen Metropole holen. In Paris hat die Bürgermeisterin (!) Hidalgo initiiert, dass der tausende Quadratmeter große Platz vor dem Pariser Rathaus zu großen Teilen entsiegelt und mit Großbäumen (zum Teil aus deutschen Baumschulen) bestückt wurde. Das als eine Maßnahme gegen eine zu starke Erhitzung eines Teils der Pariser Innenstadt. In den Niederlanden ist Entsiegelung von Flächen nicht nur ein Wort, dort konkurrieren Gemeinden miteinander, welche Gemeinde am weitesten entsiegelt hat, Stichwort „Tegelwippen“. In Gladbeck dagegen wird alter Beton gegen neuen ausgetauscht. Darüber hinaus sollen die 30 Jahre alten Bäume vor der Häuserzeile „Schwarte“ der Motorsäge geopfert werden, wertvolle Sauerstofflieferanten für die Innenstadt. An die über 100 Autostellplätze auf dem grünen Mittelstreifen der Buerschen Straße , alle ver-asphaltet, mag ich gar nicht denken.
    Herr Houben hat recht, wenn er die vielen schlummernden Ideen aus der Bürgerschaft Gladbecks in den Schubladen von Politik und Verwaltung erwähnt. Gerade deshalb finde ich die Wortschöpfung „Schubladenmanagement“ so treffend. Aber zur Finanzierung gibt es wahrscheinlich keinen Fördertopf, weshalb die schlummernden Ideen aus der Bürgerschaft weiter schlummern werden, fürchte ich.
    Ob unsere Stadt langfristig widerstandsfähig und zukunftssicher(!) gestaltet werden kann? Ich möchte es so ausdrücken: Beton ist sehr widerstandsfähig, Beton in Köpfen ist widerstandsfähiger. Und da liegt die Crux, unsere Stadt zukunftssicher(!) zu gestalten. Auch wenn jetzt öffentliche Veranstaltungen und Informationen zum Klimaanpassungskonzept und interaktive Planspiele angeboten werden, ich bleibe misstrauisch.

  2. Ich gönne der guten Klimamanagerin ihren Job von Herzen – aber es ist schon traurig wie wenig wirklich mit den vielen Fördergeldern (nicht nur in Sachen Klima) in Gladbeck erreicht wird, weil die Betonfraktion lieber noch ein paar Büros zur Produktion hübscher Papiere anmietet als die schon lange in den diversen Schubladen des Rathauses schlummernden Ideen aus der Bürgerschaft aufzugreifen und kreativ umzusetzen. Vielleicht wäre eine Schubladenmanagerin mal möglich?

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