Ein-Mann-Bunker – ist das der letzte in Gladbeck?

Ein-Mann-Bunker - ist das der letzte in Gladbeck?
Wahrscheinlich ist das einer der letzten Ein-Mann-Bunker in Gladbeck. Er steht an der Unterführung der Hafenbahnlinie an der Ostseite der Feldhauser Straße.

Splitterschutzzellen wurden zu Zehntausenden während des Zweiten Weltkrieges aufgestellt

20.12.2021 – Ein-Mann-Bunker – Man sieht sie oft in der Nähe von Bahnlinien oder älteren Industrieanlagen. Sie wurden als Splitterschutz für ein bis zwei Personen angelegt. Bei Volltreffern boten sie keinen Schutz. Die Rede ist von sogenannten Splitterschutzzellen, auch Ein-Mann-Bunker genannt.




Der Gladbecker Ein-Mann-Bunker

Einer dieser Zeitzeugen des zweiten Weltkrieges steht in Gladbeck -Zweckel. Eine Güter-Bahnlinie unterquert dort die Feldhauser Straße und führt zum Kraftwerk in Scholven. Das war im Krieg eine wichtige Verbindungsstrecke um Kohle zum Kraftwerk zu bringen. Sie Bahnlinie war auch ein Ziel der Bomberverbände, die ihre tödliche Fracht abwarfen um die Bahnverbindung zu zerstören. An beiden Seiten der Bahnstrecke gibt es östlich der Feldhauser Straße kleine Wäldchen, die mit Bombenkratern übersät sind. Die Bahnlinie war aus großer Höhe nicht leicht zu treffen.

Gibt es weitere Ein-Mann-Bunker in Gladbeck?

Die Alliierten forderten 1945 im Rahmen der Entmilitarisierung Deutschlands die Vernichtung aller Bunker. Das ist nicht immer gelungen. Vereinzelt lassen sie sich noch als Kuriosum oder technisches Denkmal finden. Der Zweckeler-Bunker steht ziemlich versteckt und unzugänglich.

Kennen Sie weitere Ein-Mann-Bunker in Gladbeck? Schreiben Sie eine Mail an redaktion@neue-gladbecker-zeitung.de

Wikipedia zum Ein-Mann-Bunker

Die exakte Zahl der im zweiten Weltkrieg gebauten Bunker ist unbekannt. Man hat überall dort eingesetzt, wo einzelne Personen keinen geeigneten Schutzraum erreichen konnten, beispielsweise an Arbeitsplätzen wie Bahnanlagen, landwirtschaftlichen Einrichtungen, Freiflächen, in der Nähe wichtiger öffentlicher Einrichtungen, aber auch in Versorgungseinrichtungen der Wehrmacht und in Anlagen der Organisation Todt. Allein 1943 wurden zirka 2000 Stück entlang der Bahnhauptstrecken aufgestellt. In Fabriken dienten sie als geschützte Beobachtungsstände, um wichtige Geräte beobachten und notfalls bergen oder löschen zu können. Zu diesem Zweck wurden sie zusätzlich mit Telefon und elektrischem Licht ausgestattet. Von den Beobachtungen erhoffte man sich außerdem Erkenntnisse über die Lage von Blindgängern und noch nicht explodierten Objekten, wie etwa Zeitzünder-Bomben. 

Gegen Ende des Krieges wurden sie auch als Feuerstellung (zum Beispiel für Maschinengewehre) genutzt. Zudem wurden sie in befestigten Frontbereichen eingesetzt. So wurden beispielsweise 1944 von Joseph Goebbels notiert, dass für das Grabensystem der Front in Ostpreußen etwa 250.000 Einmannbunker geplant und genehmigt wurden.

Auch Privatpersonen war es möglich Splitterschutzzellen zu erwerben und auf dem eigenen Grundstück aufzustellen.

Mehr über die Splitterschutzzellen erfahren Sie hier auf Wikipedia


Polizeibericht aus Gladbeck Mitteilungen der Stadt Gladbeck

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