Altlasten in Gladbeck: Ein ernstes Problem

Altlasten in Gladbeck: Ein langfristiges ernstes Problem
Was erwartet uns auf dem Gelände der Phenolschemie in Zweckel? Das ist seit 100 Jahren ein Chemiestandort. Foto: Neue Gladbecker Zeitung

Datengrundlage in vier Jahrzehnten aufgebaut

Gladbeck – 02.02.2026 – Altlasten – „Die Altlasten pro Flächeneinheit liegen (in Gladbeck) zwölfmal höher als im gesamten Regierungsbezirk Münster“.  So heißt es gleich zu Beginn eines achtseitigen Berichts zu „Altlasten und Bodenschutz“. Er wurde am 27.01.2026 im Ratsausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Energie vorgestellt. „Aufgrund der überdurchschnittlich hohen Altlastendichte …. kommt der Altlastenbearbeitung in Gladbeck eine besondere Bedeutung zu.“

Die hohe Altlastendichte sei auf folgende Faktoren zurückzuführen, heißt es im Bericht:

Bergbaufolgelasten
Im Stadtgebiet wurden in der Zeit zwischen 1873 und 1971 fünf Zechen betrieben. Deren Gelände, Schächte, Kokereien und Bergehalden zu erheblichen Boden- und Grundwasserkontaminationen geführt haben:
> Graf Moltke 1/2 (Horster Str. / Bergmannstr.)
> Zeche Zweckel (Frentroper Str.)
> Mathias Stinnes (Roßheidestr.)
> Möllerschächte (Möllerstr.)
> Graf Moltke 3/4 (Europastraße)

Industrielle Altlasten
Zahlreiche Industriebetriebe hinterließen Verunreinigungen, u. a.:
> Ehemaliges Elektronikwerk Siemens (Bottroper Str.)
> Chemiewerk IG Farben (heutiges Ineos-Gelände)
> Chemiefabrik Voßmerbäumer (heutiges Rockwool-Gelände)
> Weitere Betriebe mit industriellen Rückständen

Gewerbliche Altlasten
Rückstände ehemaliger Tankstellen, chemischer Reinigungen, Metallbearbeitung und anderer Gewerbestandorte haben ebenfalls zu erheblichen Belastungen insbesondere des Grundwassers geführt.

Altablagerungen und Deponien
Haldenflächen, Deponien und verfüllte Bombentrichter aus dem 2. Weltkrieg mit langjähriger Kontamination durch Bauschutt, Haus- und Industriemüll stellen weitere Belastungsquellen dar.

Belastungen durch Feuerlöschmittel
Beim Einsatz von Feuerlöschschäumen bei Großbränden und Übungseinsätzen sind schwer abbaubare Substanzen freigesetzt worden, die zu Verunreinigungen von Boden und Grundwasser führten.


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Der Bericht nennt einige Beispiele für häufige Altlasten in Gladbeck

In Gladbeck stammen die meisten Altlasten aus folgenden Bereichen:

Bergwerksgelände und Aufschüttungen aus dem Steinkohlebergbau:
Boden und Grundwasser sind häufig belastet durch PAK aus Kohle, Teer, Pech und Schmierstoffen, Mineralölkohlenwasserstoffe aus Maschinen- und Hydraulikölen sowie

Schwermetalle aus Schlacken, Aschen und Bergehalden.
Chemisch-Reinigungen (Textilreinigung, Färberei): Schadstoffe sind vor allem Perchlorethylen („Per“) und weitere LHKW

Tankstellen:
Typische Verunreinigungen sind Mineralölkohlenwasserstoffe aus Dieselkraftstoff und BTEX-Verbindungen aus Benzin und Altöl.

Feuerlöschübungen und Großbrände:
Aus den früher eingesetzten Löschschäumen haben PFAS-haltige Rückstände das Grundwasser und den Untergrund belastet.

Ehemalige Haus- und Gewerbemülldeponien:
Die Belastung ist häufig inhomogen und hängt von Art, Alter und Herkunft der Abfälle ab. Typische Schadstoffe sind PAK aus verbrannten Abfällen, PCB aus Elektroschrott oder Trafos, Schwermetalle aus Farben, Schrott und Elektrogeräten sowie Methangas aus organischen Abfällen.

Bauschutt- und Trümmerkippen sowie verfüllte Bombentrichter:
Die Ablagerungen stammen oft aus Abrissarbeiten, Kriegstrümmern oder Renovierungen. Belastungen umfassen Schwermetalle und Salze aus Putz, Mörtel oder Gips, PAK aus Dachpappe, Bitumen und Teer sowie Asbest aus Dach- und Fassadenplatten.

Die seit vier Jahrzehnten gesammelten Daten ermöglichen fundierte, rechtssichere und nachhaltige Entscheidungen. Das ist insbesondere bei der Planung von Neubaugebieten wichtig.

Den kompletten Bericht finden Sie hier

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