
Leserbrief von Matthias Raith
Gladbeck – 19.03.2025 – Radfahren in Gladbeck ist gefährlich. Lebensgefährlich. Nach dem Unfall mit einer schweren Verletzung eines 12jährigen Radfahrers an der Essener Straße (B224) müssen jetzt die zuständigen Behörden die Ursachen und Verantwortlichkeiten der Beteiligten ermitteln.
Es steht aber jetzt schon fest, dass die Gladbecker Politik samt Stadtverwaltung ein gehöriges Maß an Mitverursachung trifft. Durch Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen wurde die Stadt vor vier Jahren verpflichtet, die B224 in Richtung einer innerstädtischen Straße umzugestalten. Sie ist dem nur zögernd, bis heute nicht vollständig und in unangemessener Weise nachgekommen.
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Radfahren in Gladbeck könnte so schön sein
Hätte sie, wie vom Gericht angeregt, durchgehend Tempo 50 festgelegt und für engmaschige Tempokontrollen gesorgt, hätte sie dem verunglückten Jungen und seiner Familie viel Leid erspart. Gladbecker Bürger haben die Stadtverordneten zu einem Ortstermin an dem offensichtlich gefährlichen Übergang, also der jetzigen Unfallstelle, eingeladen. Die darauf ergriffenen Maßnahmen waren anders als die präsentierten, konkreten Vorschläge halbherzig und – wie nicht zuletzt der aktuelle Unfall zeigt – insgesamt nicht geeignet, die bis heute bestehenden Gefahren für Fußgänger und Radfahrer zu minimieren.
Überall scheint Radfahren besser zu funktionieren als in Gladbeck
Kürzlich habe ich eine fünftägige Radtour von Alicante nach Valencia gemacht. Es ging durch das spanische Hinterland und durch einige Städte. Ständig musste ich mich fragen, warum das Radfahren in Gladbeck so Sch… ist und es in der spanischen Provinz vorbildlich läuft. Dort haben die Verkehrsplaner kreative Radwegführungen entwickelt – da macht Radfahren Spaß. Mein Vorschlag: Die acht Mitarbeiter, die für den Bau der A52 durch Gladbeck bei der Stadt beschäftigt sind, bekommen eine vierwöchige Dienstreise nach Spanien und lassen sich dort erklären, wie man Radwege baut.
Ihr Ralf Michalowsky
Die grottenschlechte Gladbecker Politik für Radfahrer ist kein Zufall. Sie sitzt tief in den Köpfen der Verantwortlichen. Der Fraktionsvorsitzende der CDU beispielsweise hat bei einer öffentlichen Veranstaltung des ADFC seinem Statement eine sehr erstaunliche These zu Grunde gelegt: Niemand, so posaunte er, fahre freiwillig Rad. Man müsse die Radfahrer bei den Gründen abholen, die sie am Autofahren hinderten.
Der Fraktionsvorsitzende der SPD (Wedekind) rief einem Ratsmitglied, das sich mit guten Argumenten für einen besseren Schutz von Radfahrern einsetzte, quer durch den Saal zu, er predige sozialistische Ideologie.
Die FDP ist Autofahrer-Partei, die Grünen im Rat scheinen nicht zu wissen, was sie eigentlich wollen. Und die Bürgermeisterin? Sie tut nichts, um die schwächsten aller Verkehrsteilnehmer zu schützen. Statt mit der Kraft ihrer 1.600 MitarbeiterInnen für die Entschärfung von vielen Dutzend erkannten Gefahrenstellen für Radler in der Stadt zu sorgen, redet sie haltlos daher: Die Förderung des Radverkehrs sei ihr ein Herzensanliegen.
Liebe Gladbecker: das sollte so nicht weitergehen. Am 15. September ist Wahl des Rates und des Bürgermeisters.
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