
Einige Stadt-Projekte gefährden die Menschen in Gladbeck
Leserzuschrift von Matthias Raith
Gladbeck – 27.06.2026 – Hitzeschutz – „Hitzeschutz in Städten muss zur Daueraufgabe werden. Wir brauchen Hitzeaktionspläne, die Zuständigkeiten und den Schutz besonders gefährdeter Gruppen regeln. Mit mehr Stadtbäumen, zusätzlicher Verschattung und der Entsiegelung von Flächen können wir die Temperaturen in den Städten aktiv senken und die Bildung von Hitzeinseln reduzieren.“
Das sagt nicht irgendeiner, sondern Dirk Messner, der Präsident des Umweltbundesamtes. Gestern, in einem offiziellen Statement seines Amtes.
Die NGZ-News aus Gladbeck immer sofort auf das Handy?
Dann abonniere kostenlos den WhatsApp-Kanal
Die Gladbecker Zusammenfassung des Tages der NGZ?
Dann abonniere den kostenlosen Newsletter
Folgen Sie uns auf Facebook: NeueGladbeckerZeitung
Leider ist diese (nicht ganz neue) Botschaft noch nicht in Gladbeck angekommen. Immer noch versuchen hitzige Betonköpfe im Rathaus, ihre überkommenen Ideen für eine ziemlich menschenverachtende Stadtplanung durchzusetzen. Mit möglichst konsequenter Versiegelung der letzten Freiflächen im Innenstadtbereich. Auf der Buerschen Straße haben sie in den letzten Monaten 15.000m² für überflüssige Parkplätze zugepflastert. Die gesamte Asienbrücke ist damit vom lebenswichtig notwendigen kühlen Bereich zum Hitzespender für Gladbeck-Mitte geworden.
Mit ihrem immer lächerlicher werdenden Festhalten an der alten A 52-Planung möchten sie – mit und ohne Zerstörung des Steinhalde-Waldes – eine weitere Chance zunichtemachen, Gladbeck gegen die Hitze zu schützen. Eine nachweislich untaugliche Verbesserung des internationalen Straßenverkehrs ist ihnen wichtiger als Leben und Gesundheit der Gladbecker. Es wird Zeit, dass wir dem Spuk ein Ende bereiten.
Nächtlicher Besuch im Freibad Gladbeck – Jugendliche flüchteten
Zur Startseite
| Polizeibericht aus Gladbeck | Mitteilungen der Stadt Gladbeck |











Es existiert ein 215seitiges Klimaanpassungskonzept der Stadt Gladbeck, zu finden auf der website der Stadt unter der Rubrik Leben & Wohnen, Klimaanpassungsgesetz, grün hinterlegt. Als zentrale Handlungsfelder werden unter vielen anderen benannt Hitzevorsorge: Ausbau schattenspendender Grünelemente, sowie Stadtentwicklung und Infrastruktur: Klimarobuste Planung.
Vor diesem Hintergrund verstehe ich das Abstimmungsverhalten der Mehrheit der Ausschussmitglieder in der letzten Planungsausschusssitzung nicht, die Händelstraße in Zweckel ohne Straßenbäume auszubauen. Die Begründung der Verwaltung, das würde den Baubeginn um ein bis zwei Jahre verzögern, verstehe ich auch nicht. Hätte man in die laufende Planung nicht gleichzeitig Baumpflanzungen einbeziehen können? Oder war das von der politischen Mehrheit im Ausschuss von vornherein nicht so gewollt? Jetzt wird also die Händelstraße ohne schattenspendende Bäume ausgebaut, und ich als Bürger denke: „Ok, Klimaanpassungskonzept muss sein, gab es ja auch Fördermittel für. Aber hier scheint Anpassung nicht zu passen, also wird sie von der politischen Mehrheit aus SPD und CDU weggelassen.
Da gäbe es auch noch kleinräumige Verbesserungsmöglichkeiten: Beim Letzten Umweltpreis der Stadt hatte ich einen detaillierten Vorschlag eingereicht, wie man Teile der Wasserwand am Goetheplatz wieder in Betrieb nehmen und damit die Temperaturen auf dem Platz merklich senken könnte. Das wurde zwar prämiert aber dann wie vorangegangene Vorschläge (z.B. zur Begrünung des Oberhofbereiches) in der Schublade versenkt. Als Bürger dieser Stadt frage ich mich wirklich, warum man von Seiten der Verwaltung nicht das Gespräch sucht und über eine mögliche Umsetzung solcher Ideen spricht. Dürfen nur gewisse Dortmunder Büros Ideen haben oder ist die Stadt nur an pressetauglichen Hochglanzrenderings interessiert?
Werter Herr Houben, ich gestehe, Hochglanzrendering musste ich erst nachschlagen. Dann ist mir der Zusammenhang bewusst geworden.
Zumindest zwei Personen kenne bzw. kannte ich, die geflissentlich mit ihren Ideen zu Planungen in Gladbeck übersehen bzw. ignoriert wurden. Alfred Luggenhölscher war der eine, Manfred Schlüter ist der andere. Mit Schlüter habe ich, an der Hochstraße sitzend, über die Planungen zum Willi-Brandt-Platz heftig diskutiert. Seine Aufregung über die vorgesehene Abholzung der Bäume am ehemaligen Café Schwarte klingen heute noch bei mir nach (siehe Klimanotstand in Gladbeck). Die Aufnahme der Pflasterung und der Ersatz durch neues Pflaster hatte für Schlüter nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Die Bürgermeisterin muss wohl gemerkt haben, dass sie sich mit der Erneuerung des Platzes eine neue Buersche Straße vor das Rathaus geholt hätte. Die Realisierung der Neubaumaßnahme wurde dann ja auch abgeblasen.
Hochglanzrendering, den Begriff werde ich mir merken und mich zukünftig fragen, ist das, was in Gladbeck von der Politik gewollt ist, Hochglanzrendering und Symbolpolitik,oder steckt wirklich der Wille dahinter, etwas für Gladbeck bewirken zu wollen? Aber bitte doch nicht unter Einbeziehung bürgerschaftlicher Expertise. Wo kämen wir denn da hin.
Luggenhölscher und Schlüter konnten bzw. können ein Lied davon singen. Aber das wissen Sie sicherlich besser als ich, Herr Houben.