Guter Rat ist teuer – Kosten für Gladbecker Stadtrat so hoch wie nie

WhatsApp-Kanal der NGZ buchen
Guter Rat ist teuer - Kosten für Gladbecker Stadtrat sehr hoch
Demokratie kostet in Gladbeck besonders viel. Symbolbild: KI

Statt 44 hat der Rat der Stadt Gladbeck nun 60 Mitglieder

Gladbeck – 17.02.2026 – Guter Rat – Eigentlich ist laut Gemeindeordnung vorgesehen, dass der Stadtrat in Städten der Größenordnung Gladbecks 50 Ratsmitglieder stark ist. Die Politiker der Städte können jedoch die Zahl der Mandate reduzieren. Das ist in Gladbeck geschehen. Schon vor mehr als 25 Jahren hat Gladbeck die Zahl, der durch die Kommunalwahlen zu vergebenen Mandate, von 50 auf 44 reduziert. Das sollte der Kostenersparnis dienen, hieß es damals.

Allerdings haben die Kommunalpolitiker damals nicht auf dem Schirm gehabt, dass sich die Parteienlandschaft gravierend verändern wird. Die Dominanz von SPD und CDU bröckelte – es wurden kaum noch Mandate mit mehr als 50 % der Stimmen geholt. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate variirt die tatsächliche Zahl in zwischen gravierend. Der Gladbecker Stadtrat hat inzwischen 60 Mitglieder (statt 44) – so viele wie noch nie.


Die NGZ-News aus Gladbeck immer sofort auf das Handy?
Dann abonniere kostenlos den WhatsApp-Kanal
Die Gladbecker Zusammenfassung des Tages der NGZ?
Dann abonniere den kostenlosen Newsletter
Folgen Sie uns auf Facebook: NeueGladbeckerZeitung

Überhang- und Ausgleichsmandate machen den Rat teuer

Keine Frage, Demokratie darf Geld kosten. Unangemessen hohe Einnahmen hat keiner der Beteiligten durch ein Ratsmandat in Gladbeck. Allerdings gibt es auch Mitglieder, die ihre Ämterhäufung pflegen. Sie sind dann im Rat der Stadt, im Kreistag, im Landschaftsverband und evtl. auch noch im Ruhrparlament. Eine Politikerin von der CDU war die letzte dieser „Art“ – sie war auch noch stellvertretende Bürgermeisterin. Zusammen mit der Entschädigung für die Haushaltsführung, kamen da schon locker 4 bis 5.000 Euro mtl. zusammen. Solche Auswüchse bei einzelnen Politikern sind aus Gladbeck derzeit nicht bekannt.

Andere Mechanismen machen den Rat teuer

Die um 16 Personen erhöhte Zahl der Ratsmitglieder kommt aufgrund eines Berechnungsverfahrens zustande, dass berücksichtigt, dass z.B. die SPD 21 Direktmandate (also 47,6 %) gewonnen hat. In den einzelnen Wahlkreisen kam sie aber nicht auf 50 %, sondern war die relativ stärkste Kraft – sie hatte die meisten Stimmen bekommen. Insgesamt hat die SPD in Gladbeck nur 33,66 % der Stimmen geholt. Das bedeutet, dass sie gemessen am Gesamtergebnis zu viele Direktmandate erzielte.

Um nun den Ausgleich wieder herzustellen, hat das Programm die Zahl der Überhang- und Ausgleichsmandate errechnen und die Verhältnismässigkeit wieder hergestellt. Allein durch diese 16 zusätzlichen Ratsmitglieder stiegen die Kosten um ca. 36 %.

Extensive Erhöhung der Zahl der Sachkundigen Bürger

Fraktionen und Gruppen im Rat können die ihnen zugewiesenen Ausschussmitgliedschaften auf Sachkundige Bürger verlagern. Das hat zwei Vorteile: eine Fraktion mit drei gewählten Mitgliedern entlastet dadurch ihre Ratsmitglieder und sie können viele Parteimitglieder zu Fraktionsmitgliedern machen, die dann für jede Fraktionssitzung an der sie teilnehmen, ein Sitzungsgeld bekommen. Dieses Verfahren hat schon vor mehr als 20 Jahren zu Missbrauch geführt. Das DKP-Mitglied Peine hatte sich mit dem BIG-Abtrünnigen Adler zusammengetan und soviele Fraktionssitzungen durchgeführt, dass die Kosten höher waren als bei den großen Parteien SPD und CDU. Daraufhin beschloss der Rat, die Zahl der Fraktionssitzungen auf 26 pro Jahr zu deckeln.

Hier eine Übersicht der Zahl der Ratsmitglieder und ihrer Sachkundigen Bürger

Parteien/Fraktionen/
Einzelmitglieder
Mandate Ratsmitglieder
und Sachk.
Bürger
Nur
Sachk.
Bürger
SPD-Fraktion 22 37 15
CDU-Fraktion 16 23 7
AfD-Fraktion 9 14 5
Bündnis 90/Die Grünen 3 13 10
DIE LINKE / ABI 3 23 20
BIG – Bürger in Gladbeck 3 14 11
Ratsgruppe Politik für Gladbeck 2 2 0
Einzelmitglied Dohmann FDP 1 1 0
Einzelmitglied Gräber Ex-AfD 1 1 0
Gesamtzahlen: 60 128 68

Fazit: Die 60 Ratsmitglieder bekommen eine Monatspauschale in Höhe von 512 Euro, die die Teilnahme an allen Sitzungen abdeckt. 68 weitere Sachkundige Bürger bekommen für die Teilnahme an jeder Sitzung eine Aufwandsentschädigung von 56,30 Euro. Die Summen basieren auf der Entschädigungsverordnung des Landes NRW für Kommunalvertreter.

Ziehen Sie selbst Ihre Schlüsse daraus.

Zur Startseite


Polizeibericht aus Gladbeck Mitteilungen der Stadt Gladbeck

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*