
Kaum eine Chance gegen die Übermacht aus Bottrop
Gladbeck – 13.03.2026 – Achmed Khodr – Im Frühjahr 2027 (wahrscheinlich wieder im Mai) wird im größten Bundesland Deutschlands, in NRW, wieder der Landtag neu gewählt. Gladbeck hat keinen eigenen Wahlkreis, sondern wurde schon für die letzte Wahl vor vier Jahren nach Bottrop und Gelsenkirchen aufgeteilt. Das hatte der Landtag noch zur Mandatszeit von Michael Hübner (SPD) beschlossen.
Wer aus Gladbeck in den Landtag will, muss also in den Wettbewerb mit Bewerbern aus Gelsenkirchen oder Bottrop treten. Der Gladbecker Achmed Khodr, gerade in den Rat der Stadt gewählt, will gegen Bewerber aus Bottrop antreten.
Seine Kandidatur machte Khodr jetzt schon öffentlich, obwohl noch keine Empfehlung seines SPD-Stadtverbandes vorliegt. Das scheint auch nicht glatt vonstatten zu gehen, denn einige seiner Genossen nehmen ihm eine „Islam-Feier“ vor dem Rathaus übel.
Die NGZ-News aus Gladbeck immer sofort auf das Handy?
Dann abonniere kostenlos den WhatsApp-Kanal
Die Gladbecker Zusammenfassung des Tages der NGZ?
Dann abonniere den kostenlosen Newsletter
Folgen Sie uns auf Facebook: NeueGladbeckerZeitung
Achmed Khodr hat nur geringe Aussichten aufgestellt zu werden
In einem Rundbrief an Gladbecker SPD-Mitglieder schreibt Achmed Khodr: „Mir ist dabei völlig bewusst, wie die Ausgangslage aussieht. Bei der Delegiertenkonferenz stellen die Ortsvereine aus Bottrop 36 Delegierte, aus Gladbeck kommen 6.“
Das ist eine realistische Einschätzung seiner Chancen – denn die Bottroper stellen sechsmal soviele Delegierte. Für ihn gehe es darum, ein Signal zu senden: „Dass Gladbeck starke Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten hat, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.“ Das ist mal Opferbereitschaft!
Dass es mehrere Kandidaturen gibt, sehe er dabei positiv. Eine lebendige Partei sei davon geprägt, dass Menschen Verantwortung übernehmen und unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven einbringen.
Unabhängig vom Ausgang der Delegiertenkonferenz sei für Sonja Voßbeck (die Bottroper Kandidatin) und für ihn aber genauso klar: „Danach ziehen wir Schulter an Schulter gemeinsam in den Wahlkampf. Denn am Ende geht es um jede Stimme – in Gladbeck genauso wie in Bottrop.“
Sonja Voßbeck tritt an, um den derzeitigen Bottroper MdL Thomas Göddertz abzulösen, der aus Altersgründen nicht mehr antritt. Sie ist Vorsitzende des SPD Unterbezirks Bottrop. Wenn sie bis zur Kandidatenaufstellung keine „goldenen Löffel“ klaut, ist ihre Funktion eine sichere Bank.
Achmed Khodr, von dem man eigentlich annahm, dass er eine Karriere beim KOD (Kommunalen Ordnungsdienst) in Gladbeck anstrebt, gilt als Vertrauter der Gladbecker Bürgermeisterin. Manche sagen auch, dass er ihr „Best Buddy“ sei. Im Kommunalwahlkampf wich er selten von ihrer Seite und trat auch schon mal in einer KOD-Kluft am SPD-Wahlkampfstand auf. Auch im Karneval, so zeigen es eigene Fotos, nutzte er sein Lieblings-Outfit.
Für seine Landtagbewerbung bediente er nicht nur den Rundbriefverteiler der SPD Gladbeck, sondern präsentiert sich auch auf diversen Social Media Kanälen. Aber vielleicht will er ja auch nur bis zur nächsten Bürgermeisterwahl im Gespräch bleiben, denn seine Ambitionen auf dieses Amt sind kein Geheimnis für den Bachelor einer Verwaltungsschule, der sich Jurist nennt.
Zur Startseite
| Polizeibericht aus Gladbeck | Mitteilungen der Stadt Gladbeck |



Engagement in der Politik ist grundsätzlich begrüßenswert besonders bei jungen Menschen. Trotzdem bleibt für mich die Frage, ob unser politisches System wirklich die besten Kandidaten hervorbringt. Oft entscheidet nicht Erfahrung oder Leistung, sondern die interne Parteistruktur darüber, wer aufgestellt wird. Der jetzige MdL hat was für uns Bürger erreicht? Genau deshalb haben viele Bürger heute das Gefühl, dass Politik zu weit von der Realität entfernt ist. Vielleicht wäre es sinnvoll, stärker darüber zu diskutieren, wie Kandidaten ausgewählt werden:
– mehr Transparenz bei der Aufstellung
– stärkere Einbindung der Bürger
– mehr Gewicht für berufliche Erfahrung außerhalb der Politik.