Wer wird Bürgermeister in Gladbeck – AUS für „Grinsekatze“?

Wer wird Bürgermeister in Gladbeck - kommt das AUS für die "Grinsekatze"?
Gibt es am 14. September einen Schock für die "Grinsekatze" oder wird sie uns weiterhin mit ihrem Lächeln beglücken? Bild: Pixabay

Acht KandidatInnen sind am Start – nur eine/r wird gewinnen!

Gladbeck – 30.08.2025 – Bürgermeister haben in Gladbeck nur was zu „sagen“, wenn sie im Stadtrat eine politische Mehrheit hinter sich haben. Veranlasst das Stadtoberhaupt etwas gegen den politischen Willen der Ratsmehrheit, kann diese das in vielen Fällen anfechten und anderes veranlassen.

Deshalb wäre es bei der kommenden Wahl wichtig, dass jemand gewählt wird, der/die sich einer Mehrheit sicher sein kann. Bei den KandidatInnen von SPD und CDU ist das möglich. Beim Kandidaten der AfD, der im ersten Wahlgang wohl den Platz drei belegen wird, eher nicht. Denn die AfD kann (egal wie viele Stimmen sie bekommt) nur maximal 14 Ratsmandate besitzen. Mehr KandidatInnen hat sie nicht aufgestellt. Eine Mehrheit ist damit nicht zu bekommen. An Gladbeck scheint der Kelch vorüber zu gehen. 😉


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Doch wer steht eigentlich als Bürgermeister zur Wahl?

Fangen wir mal mit dem aussichtsreichsten Herausforderer, Peter Rademacher von der CDU, an. Rademacher ist seit über 20 Jahren im Stadtrat. Der erzkatholische und extrem konservative Zweckeler war einst stolz darauf „Stellvertretender Schriftführer der eucharistischen Ehrengarde Herz-Jesu-Zweckel“ zu sein. Leider verfügt er über ein ausgeprägtes Demokratiedefizit. Warum, das können Sie hier nachlesen.  Beruflich „tummelt“ sich Rademacher in der Automobilbranche bei der Firma mit dem Stern. Seine Affinität zu weiteren Autobahnen mag daher kommen.

Eher aussichtlos ist der Kandidat der FDP, Sebastian Steinzen. Der Philosophielehrer behauptete kürzlich  doch glatt, dass die FDP in Wirklichkeit eine Arbeiterpartei sei. Da fällt selbst mir kein Kommentar zu sein. Was ihn allerdings sympathisch macht ist, dass er wegen des (inzwischen verstorbenen) FDP-Politikers Jürgen Möllemann in die FDP eintrat. Möllermann hatte sich schon vor Jahrzehnten für die Rechte der Palästinenser eingesetzt, die jetzt einem Genozid durch Israel ausgesetzt sind. Das kam damals nicht gut an und Möllemann fiel der Deutschen Staatsräson zum Opfer.

Der einzige Kandidat aus dem migrantischen Umfeld ist Süleymann Kosar von ABI. Kosar ist seit mehreren Wahlperioden im Rat. Derzeit ohne Fraktionsstatus als „Einzelkämpfer“. Bis vor einigen Jahren hatte er sich einer Fraktionsgemeinschaft mit der BIG und der DKP angeschlossen. Die warfen ihn aber raus, weil Kosar ein unverbesserlicher Erdogan-Freund ist. Eine Chance, Bürgermeister zu werden, hat auch er nicht.

Markus Kellermann holte 2020 als Einzelbewerber ohne Parteianschluss mehr als 5 % der Stimmen. Da war beachtlich! Der passionierte Kronkorkensammler ist jetzt BIG-Mitglied und kandidiert für sie für das Bürgermeisteramt. Ob er mehr oder weniger Stimmen als 2020 holen kann – wer kann das sagen. Fakt ist, dass er keine reelle Chance hat.

Auch die DKP geht wieder mit Gerd Dorka an den Start. 2020 holte Dorka mit 1,32 % das schlechteste Ergebnis aller Bewerber. Für den Rat holte die DKP vor fünf Jahren 385 Stimmen, das waren 1,4 % die für ein Mandat reichten. Ob diesmal wieder so viele Wähler der DKP die Gnade erweisen…? Es könnte durchaus sein, dass die jahrzehntelange Ära der DKP im Gladbecker Stadtrat zu Ende geht. Ja,ja, die Kommunalpolitik wird immer weniger kultig!

DIE LINKE, derzeit mit zwei Mann im Gladbecker Stadtrat, hat ihren Fraktionsvorsitzenden Rüdiger Jurkosek aufgestellt. Der verlässt sich voll und ganz auf den derzeitigen Bundeshype der LINKEN. Von einer Zeitung kürzlich nach dem Wahlprogramm der LINKEN befragt kündigte er an, dass „demnächst“ auf der Kreisseite der Partei „etwas stehen“ würde. Die Webseite der LINKEN ist weitgehend verwaist, der Facebook-Account ebenfalls. Die neuen jungen Mitglieder focussieren sich ganz auf Instagram und TikTok. Trotz erheblichem finanziellen Aufwand dafür, allerdings mit magerer Reichweite. Die Chance, Bürgermeister zu werden, geht auch für Jurkosek gegen Null.

Die AfD hat mit Sebastian Lemanski jemanden aufgestellt, der im politischen Gladbeck völlig unbekannt ist. Während einer Podiumsdiskussion behauptete er, ein „Urgladbecker“ zu sein. Allerdings sei er in Essen geboren. 😉 Sollte der Mann wider Erwarten zum Bürgermeister gewählt werden, hätte er auf jeden Fall eine Ratsmehrheit gegen sich, denn seine Partei hat nur 14 Ratskandidaten aufgestellt.

Die SPD-Gladbeck hat wieder Bettina Weist aufgestellt. Von ihr wohlgesonnenen Mitbürgern wird sie seit Jahren liebevoll  „Grinsekatze“ genannt. Und auf die Gesichtsperformance ihrer Kandidatin verlässt die SPD sich voll und ganz. Die derzeit noch amtierende Bürgermeisterin scheint seit Monaten nur damit beschäftigt zu sein, Social-Media-Auftritte vorzubereiten. Die SPD hofft, von ihrer Ausstahlung zu partizipieren und rechnet nicht damit, dass sich das auch andersherum entwickeln kann.

Politisch inhaltlich setzt die Amtsinhaberin die Politik ihres Vorgängers, Ulrich Roland, nahtlos fort. Sie will (für 500 Mio. Euro) die Autobahn A52 durch Gladbeck, sie will die Halde am Festplatz (für 20 Mio. Euro) abtragen lassen und sie wirft mit (nicht vorhandenem) Geld um sich. Der Kauf der nicht vermietbaren Schrottimobilie Schwarte ist ein Beispiel dafür. Dies alles nur, um kein weiteres von Migranten betriebenes Restaurant gegenüber dem Rathaus zu haben. 220 Mio. Euro an städtischen Schulden reichen wohl noch nicht!

Und die Grünen wollen wir nicht vergessen. Die haben zwar keinen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt, merken jetzt aber schon, dass sie in der öffentlichen Wahrnehmung zu kurz kommen. Denn zu Podiumsdiskussionen werden in der Regel nur Bürgermeisterkandidaten eingeladen. Schon jetzt steht für die GRÜNEN fest, dass sie in fünf Jahren wieder mit einem Kandidaten antreten.

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2 Kommentare

  1. Es ist nicht angebracht, im Wahlkampf mit solchen Attributen wie Grinsekatze für die Bürgermeisterin zu argumentieren. Das ist keine liebevolle Bezeichnung, sondern eine hämische Bezeichnung. Das ist für ein Wahlkampf mit Respekt nicht geeignet. Kein anderer Bürgermeister Kandidat wird mit einem anderen hämischen Titel versehen. Da wäre eine Entschuldigung angebracht.

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