
Gemeinsame Stellungnahme des Vorstandes und der Geschäftsführung zur Beendigung der Tafelarbeit des Roten Kreuzes in Gladbeck
Gladbeck – 28.08.2026 – Tafelarbeit in Gladbeck – Der DRK-Kreisverband Gladbeck e. V. wird den Betrieb der Tafel Gladbeck nach der derzeitigen Sommerpause nicht wiederaufnehmen.
Diese Entscheidung ist uns außerordentlich schwergefallen. Seit der Übernahme der Tafel im Jahr 2022 haben wir gemeinsam mit zahlreichen ehrenamtlich Engagierten daran gearbeitet, die Lebensmittelversorgung für bedürftige Menschen in Gladbeck aufrechtzuerhalten. Gerade deshalb haben wir sehr sorgfältig geprüft, ob und unter welchen Bedingungen eine Fortführung möglich wäre.
Ausschlaggebend für unsere Entscheidung ist in erster Linie die wirtschaftliche Situation der Tafel.
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Bereits seit längerer Zeit reichen die laufenden Einnahmen und Spenden nicht aus, um die tatsächlichen Kosten des Betriebs dauerhaft zu decken. Die schwierige finanzielle Lage beschäftigt uns nicht erst seit wenigen Wochen, sondern bereits seit rund zwei Jahren und wurde in der Vergangenheit auch gegenüber der Öffentlichkeit und der Verwaltung der Stadt Gladbeck, sowie der lokalen Politik wiederholt thematisiert.
Dabei haben wir immer wieder eine beeindruckende Hilfsbereitschaft erlebt.
Insbesondere nach öffentlichen Berichten über die finanzielle Situation der Tafel gingen teilweise zahlreiche und auch größere Spenden ein. Dafür sind wir allen Unterstützerinnen und Unterstützern sehr dankbar.
Für den Betrieb einer Tafel reicht es jedoch nicht aus, einzelne finanzielle Engpässe kurzfristig zu überbrücken. Personal-, Fahrzeug-, Energie-, Versicherungs- und weitere Betriebskosten entstehen kontinuierlich. Eine verantwortungsvolle Fortführung setzt deshalb voraus, dass diese Kosten auch langfristig und mit einer gewissen Planungssicherheit getragen werden können. Diese Perspektive sehen wir derzeit nicht, ohne unseren Verband nachhaltig zu Schaden.
Die Situation wird durch den notwendigen Erneuerungsbedarf unseres Fuhrparks zusätzlich verschärft. Nach einem unfallbedingten Totalschaden des Verkaufswagens kurz vor der Sommerpause und dem bevorstehenden Wegfall eines weiteren Transportfahrzeugs (Rückgabe einer Dauerleihgabe) wären kurzfristig erhebliche Investitionen erforderlich. Für einen verlässlichen Weiterbetrieb müsste mindestens ein geeignetes Fahrzeug, voraussichtlich jedoch weitere Fahrzeugkapazität, neu beschafft werden.
Dabei ist für unsere Entscheidung nicht ausschlaggebend, ob es möglicherweise gelingen könnte, für eine solche Anschaffung noch einmal kurzfristig Spenden oder Unterstützung durch Unternehmen, Institutionen oder andere Partner zu erhalten. Eine solche Hilfe könnte eine einzelne Investition finanzieren, würde aber die dauerhaft fehlende wirtschaftliche Grundlage des laufenden Betriebs nicht ersetzen.
Der DRK-Kreisverband Gladbeck e.V. hat die finanziellen Belastungen der Tafelarbeit über einen längeren Zeitraum getragen. Eine weitere dauerhafte Finanzierung aus Mitteln des Kreisverbandes ist jedoch nicht vertretbar, ohne damit auch die Stabilität und die übrigen Aufgaben des Vereins, sowie seine Resilienz dauerhaft zu belasten.
Entscheidend ist für uns deshalb nicht, ob die Tafelarbeit mit einer weiteren einmaligen Unterstützung noch einige Monate fortgeführt werden könnte. Entscheidend ist, ob ihr Betrieb langfristig verlässlich finanziert werden kann. Diese Voraussetzung können wir nicht mehr gewährleisten.
Die aktuellen Vorwürfe sind nicht der Grund für die Entscheidung
Die im Juli öffentlich bekannt gewordenen Vorwürfe gegen die Tafel Gladbeck sind nicht der Grund dafür, den Betrieb einzustellen.
Wir haben nach Bekanntwerden des anonymen Dossiers einen unabhängigen Rechtsanwalt mit der Prüfung der darin erhobenen Vorwürfe beauftragt. Ein erster Teilbericht zur Lebensmittelsicherheit und Hygiene liegt inzwischen vor. Nach den bisherigen Prüfungsergebnissen haben sich in diesen Bereichen keine Erkenntnisse ergeben, die einem Weiterbetrieb der Tafel grundsätzlich entgegenstehen würden.
Weitere im Dossier angesprochene Themen, unter anderem zum Umgang mit Spenden, zur Organisationsstruktur und zum Umgang mit Ehrenamtlichen, werden noch geprüft. Diese Prüfung wird unabhängig von der Entscheidung zur Einstellung des Tafelbetriebs fortgeführt.
Gleichzeitig wäre es nicht richtig, so zu tun, als hätten die vergangenen Wochen keinen Einfluss auf die Gesamtsituation gehabt. Die öffentlich erhobenen Vorwürfe haben eine ohnehin bereits schwierige Lage zusätzlich belastet. Gerade eine Einrichtung, die in erheblichem Maße auf Spenden und das Vertrauen von Unterstützern angewiesen ist, benötigt stabile Rahmenbedingungen.
Wir müssen uns auch selbstkritisch eingestehen, dass wir die Anforderungen, die mit dem dauerhaften Betrieb einer Tafel verbunden sind, in ihrer Gesamtheit möglicherweise unterschätzt haben. Rückblickend hätten einzelne Strukturen, Abläufe und Verantwortlichkeiten früher und konsequenter überprüft und weiterentwickelt werden müssen.
Die Verantwortung dafür liegt auch bei uns als Träger.
Gerade diese Erkenntnis gehört für uns zu einer ehrlichen Aufarbeitung der vergangenen Jahre. Sie bedeutet jedoch nicht, dass wir ungeprüfte Vorwürfe als bestätigt ansehen. Die noch offenen Sachverhalte werden weiterhin sorgfältig und unabhängig untersucht.
Eine Entscheidung aus der Gesamtverantwortung heraus
Unsere Entscheidung ist daher nicht auf einen einzelnen Vorfall zurückzuführen.
Sie ist das Ergebnis einer Gesamtbetrachtung: einer seit längerer Zeit nicht auskömmlichen Finanzierung, fehlender langfristiger Planungssicherheit, notwendiger erheblicher Investitionen in den Fuhrpark und der Erkenntnis, dass wir die für einen dauerhaft stabilen Tafelbetrieb notwendigen wirtschaftlichen und organisatorischen Voraussetzungen nicht mehr verlässlich gewährleisten können.
Es wäre aus unserer Sicht nicht verantwortungsvoll, den Betrieb aufgrund einer erneuten kurzfristigen finanziellen Entlastung fortzuführen, wenn bereits absehbar ist, dass dieselben grundlegenden Probleme wenige Monate später erneut bestehen können.
Deshalb haben wir nach sorgfältiger Abwägung entschieden, jetzt einen klaren Schnitt zu machen und die Tafel nach der Sommerpause nicht wieder zu öffnen.
Unser Dank gilt den Ehrenamtlichen und Unterstützern
Uns ist sehr bewusst, was diese Entscheidung für die Menschen bedeutet, die die Unterstützung der Tafel in Anspruch genommen haben.
Ebenso wissen wir, wie enttäuschend sie für die zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ist. Viele von ihnen haben sich über Jahre hinweg mit sehr großem persönlichen Einsatz für die Tafel und für bedürftige Menschen in Gladbeck engagiert.
Dieses Engagement verdient unseren ausdrücklichen Dank und unsere Anerkennung. Ohne die Ehrenamtlichen wäre die Arbeit der Tafel in dieser Form niemals möglich gewesen.
Unser Dank gilt ebenso allen Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen, Einrichtungen und weiteren Unterstützern, die die Tafelarbeit in den vergangenen Jahren mit Geld-, Lebensmittel- und Sachspenden unterstützt haben.
Die Entscheidung zur Beendigung des Tafelbetriebs schmälert weder dieses Engagement noch die Bedeutung der geleisteten Arbeit.
Der DRK-Kreisverband Gladbeck e.V. wird die noch laufende Aufarbeitung der erhobenen Vorwürfe fortsetzen und transparent über die wesentlichen Ergebnisse informieren.
Sollten uns konkrete Informationen über alternative Anlaufstellen oder Unterstützungsmöglichkeiten für die bisherigen Nutzerinnen und Nutzer der Tafel vorliegen, geben wir diese zu gegebener Zeit gesondert bekannt.
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Ich wollte euch mitteilen, dass es in Gladbeck von Foodsharing Lebensmittel-Abholungen gibt. Diese werden bei Facebook in der Gruppe Foodsharing Gladbeck oder auf der Seite Foodsharing bekanntgeben bzw. als Essenskörbe auf der Foodsharing Seite gepostet.