Sprachstörungen: Ursachen und Prävention im Kindesalter

Sprachstörungen: Ursachen und Prävention
Jeder vierte Schulanfänger im Kreis Recklinghausen erhielt in 2024 rund um den Schulbeginn eine Sprachtherapie. Diese kann Kinder bei der Sprachentwicklung unterstützen. Foto: AOK/colourbox/hfr.

Jeder vierte Schulanfänger im Kreis Recklinghausen erhält Sprachtherapie – Sprachstörungen frühzeitig vorbeugen

Gladbeck – 30.01.2026 – Sprachstörungen – Die sprachliche Entwicklung spielt eine entscheidende Rolle im Leben eines Kindes. Um die schulischen Herausforderungen meistern zu können, erhielt jeder vierte Schulanfänger im Kreis Recklinghausen in 2024 rund um den Schulbeginn eine Sprachtherapie. Das belegt eine Auswertung der AOK NordWest.

Für 24,8 Prozent der sechsjährigen Kinder hieß es somit nicht nur lesen, rechnen und schreiben zu lernen, sondern auch das richtige Sprechen. Jungen waren mit 29,7 Prozent häufiger betroffen. Bei den gleichaltrigen Mädchen waren es immerhin noch 20 Prozent. „Logopädie kann Kindern helfen, sich besser auszudrücken, selbstbewusster zu werden und Anschluss in der Kita oder Schule zu finden“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock.


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Sprachstörungen erkennen

Sprachstörungen bei Kindern sind vielfältig und können sich auf unterschiedliche Weise äußern. Sehr häufig treten dabei Artikulationsstörungen auf. Das heißt, dass Kinder Laute nicht richtig bilden können. Wenn auch Satzbau und Wortschatz gestört sind, kann eine Sprachentwicklungsstörung vorliegen. Die offensichtlichste Form von Sprachstörungen bei Kindern sind Redeflussstörungen. Diese können sich beispielsweise durch Sprechblockaden und angestrengte Wiederholungen (Stottern) oder durch sehr undeutliches, schnelles Sprechen (Poltern) äußern.

Sprachtherapie rund um den Schulstart

Frühzeitiges Erkennen ist entscheidend, um die Kommunikationsfähigkeit des Kindes zu verbessern. Bei Kindern mit Entwicklungsstörungen der Sprache oder des Sprechens werden Sprachtherapien überwiegend ab einem Alter von vier Jahren verordnet. Im Kreis Recklinghausen erhielten bereits 11,5 Prozent der vierjährigen Jungen eine Sprachtherapie. Bei den Mädchen lag der Anteil bei 8,3 Prozent. Im Alter von sechs Jahren ist die Inanspruchnahme dieser Therapien am höchsten, sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen. „Die Fähigkeit, sich auszudrücken und zu kommunizieren, beeinflusst das Lernen, die Interaktion mit anderen und das Selbstvertrauen eines Kindes“, so Kock. Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass sich die Verordnungswerte bei den Sechsjährigen schon seit längerem auf einem sehr hohen Niveau eingependelt haben. Nach dem Schuleintritt wird der Anteil der Kinder, die eine Sprachtherapie erhalten, geringer.

Sprachstörungen vorbeugen

Über die möglichen Ursachen der starken Verbreitung sprachtherapeutischer Behandlungen rund um den Schulbeginn wird in der Fachwelt seit Jahren diskutiert. Eine Erklärung ist, dass sich die für dieses Alter angemessenen sprachlichen Fähigkeiten der Kinder verschlechtert haben. Gleichzeitig wird aber auch ein Wandel der Anforderungen von Schule und Elternhaus an die Kinder beobachtet. Auch das ärztliche Diagnoseverhalten und Therapiemöglichkeiten unterliegen kontinuierlichen Veränderungsprozessen. „Auch, wenn Sprachtherapien helfen können, Defizite der kindlichen Entwicklung positiv zu beeinflussen, sollten verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen in Kindergärten und Schulen sowie im Elternhaus – wie beispielsweise das gemeinsame Lesen oder Vorlesen statt Fernsehen – nicht unterschätzt werden. Dies kann helfen, Entwicklungsstörungen schon in frühen Jahren vorzubeugen“, so Kock.

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