Panne im Dorstener Impfzentrum beflügelt Schwurbler

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Panne im Dorstener Impfzentrum beflügelt Schwurbler
Die Verimpfung von 175 Dosen abgelaufenen Impfstoffes ist Wasser auf die Mühlen der Impfgegner.

175 Impfungen mit abgelaufenem Impfstoff in Dorstener Impfzentrum verabreicht

Keine gesundheitlichen Auswirkungen für die Betroffenen

15.01.2022 – Panne im Dorstener Impfzentrum – Im Impfzentrum Dorsten sind am vergangenen Sonntag, 9. Januar, und Montag, 10. Januar, insgesamt 175 Impfungen mit einem kurze Zeit abgelaufenen Moderna-Vakzin verabreicht worden. Der Impfstoff war mit einer Haltbarkeit bis Sonntagmorgen versehen und wurde fälschlicherweise noch bis Montagmittag verimpft. Der Kreis Recklinghausen hat die Betroffenen schriftlich informiert, es handelte sich bis auf wenige Ausnahmen um Auffrischungsimpfungen.




Eine gesundheitliche Gefahr durch Ablauf des Haltbarkeitsdatums besteht nicht. Laut einer Stellungnahme des Paul-Ehrlich-Instituts können „bei Impfstoff, der abweichend von den vorgeschriebenen Lagerbedingungen aufbewahrt wurde, gewisse Einbußen hinsichtlich der Wirksamkeit auftreten“. Das Institut gehe nicht von einem Komplettverlust des Wirkstoffs aus. Es empfiehlt bei Auffrischungsimpfungen eine erneute Impfung, um den vollständigen Impfschutz sicherzustellen, bei Erst- und Zweitimpfung mit dem Vakzin sieht es keine Handlungsnotwendigkeit. Um den Betroffenen die Entscheidung für oder gegen eine Nachholimpfung zu erleichtern, bietet der Kreis Recklinghausen allen Betroffenen an, einen kostenlosen Antikörpertest durchführen zu lassen.

Die Panne im Dorstener Impfzentrum wird das Vertrauen in die Impfstoffe und die Impfkampagne nicht gerade stärken. Das Gegenteil ist der Fall: Impfgegner werden sich dadurch in ihrer Auffassung bestärkt sehen.

Ergänzend zur direkten Information der Bürger hat der Kreis Recklinghausen ab Montag eine telefonische Anlaufstelle eingerichtet. Wer an den beiden Tagen in der Impfstelle mit Moderna geimpft wurde und noch nicht durch den Kreis informiert wurde, kann unter 02361/53-5353 erfragen, ob er betroffen ist.

Wie es dazu kommen konnte

Die Mitarbeiter, die den Impfstoff in den Impfstellen aufbereiten, sind dazu angehalten, den Impfstoff mit kürzerer Haltbarkeit als erstes zu verwenden, um zu verhindern, dass Impfstoff verfällt. Natürlich muss das Personal auch darauf achten, Impfstoff nicht zu verwenden, der nicht mehr haltbar ist. Leider wurden in der Impfstoffaufbereitung aufgrund einer fehlerhaften Zuordnung der Ablaufzeiten am Sonntag und bis zum Montagmittag Impfdosen aufgezogen, die wenige Stunden bzw. einen Tag zuvor abgelaufen waren. Das Moderna-Vakzin ist nach dem Auftauen ungeöffnet 30 Tage bei Lagerung im Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad haltbar.

Der Kreis Recklinghausen hat alle mit dem Impfstoff betrauten Mitarbeiter in den kommunalen Impfstellen deutlich darauf hingewiesen, die Chargeninformationen vor jeder Impfstoff-Aufbereitung zu überprüfen.

In der Regel befindet sich in den kommunalen Impfstellen kein abgelaufener Impfstoff, da der Kreis Recklinghausen benötigte Vakzine wöchentlich bedarfsgerecht bestellt. Dass es nun doch zu abgelaufenen Vials kam, ist darin begründet, dass das Land den Kommunen durch Sonderlieferungen große Mengen an Impfstoff mit kurzen Haltbarkeiten geliefert hat. Diese waren trotz großer Anstrengungen des Kreises Recklinghausen und der Kommunen nicht vollständig zu verimpfen.

Dorsten eine der größten Impfstellen

Die Dorstener Impfstelle ist eine der größten im Kreis Recklinghausen. Die Stadt Dorsten hat dort in kürzester Zeit mit Unterstützung des Kreises ein Impfzentrum aufgebaut. Dort hat man seit Beginn im Dezember über 13.000 Menschen gegen das Coronavirus immunisiert  – und sich so gegen schwere Krankheitsverläufe schützen und die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung verringern konnten.

Infos zu Corona im Kreis RE finden Sie hier


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