Acht BürgermeisterkandidatInnen in Gladbeck – macht das Sinn?

Acht BürgermeisterkandidatInnen in Gladbeck
Wer regiert bald im Rathaus - das Rennen ist offen wie noch nie! Foto: Neue Gladbecker Zeitung

Nur zwei Kandidaten haben eine Chance und die übrigen eine masochistische Ader?

Gladbeck – 29.08.2025 – BürgermeisterkandidatInnen – Neun Parteien kandidieren in Gladbeck bei der Kommunalwahl für den Stadtrat. Bis auf die Grünen haben alle einen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt. Dabei wissen alle, dass nur die Bewerber von SPD und CDU eine wirkliche Chance haben, eine Mehrheit zu erzielen.

Warum kandidieren dann fast alle trotzdem? Es geht um die öffentliche Präsenz! Es hat sich bei den letzten Wahlen so eingespielt, dass zu Podiumsdiskussionen immer die BürgermeisterkandidatInnen eingeladen werden. Das ist für einige die Gelegenheit aus dem Schatten zu treten und sich den WählerInnen zu präsentieren.

Die Ergebnisse aus den letzten Wahlen (2020) zeigen, dass außer SPD und CDU, keine Partei auch nur 15 % der Stimmen holt. Aber immerhin: wenn die BürgermeisterkandidatInnen von sieben Kleinparteien im Schnitt 5 % holen, dann sind das in der Summe 35 %. Dadurch wird es unwahrscheinlich, dass die Kandiadten von SPD oder CDU im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit von 50 % holen


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Es ginge auch anders, wenn die Parteien eine Vereinbarung träfen

Es geht allen offensichtlich darum, dass sie die politischen Vorstellungen ihrer Partei präsentieren können. Das muss aber kein Bürgermeisterkandidat sein, der das macht. Eine Reduzierung auf zwei oder drei Kandidaten führt sehr wahrscheinlich dazu, dass ein Bewerber im ersten Wahlgang gewinnt.

Dazu müssten SPD und CDU bereit dazu sein, dass sie nur an Podiumsdiskussionen teilnehmen, wenn auch die Parteien eingeladen werden, die keinen Bürgermeisterkandidaten stellen. Diese Parteien könnten dann ihren Fraktions- oder Parteivorsitzenden ins Rennen schicken. Das angestrebte Ziel, ihre Partei öffentlich vorzustellen wäre damit erreicht.

Was jetzt passiert, ist zwar demokratisch, doch äußerst unbefriedigend für die BürgermeisterkandidatInnen.

Die derzeit amtierende SPD-Bürgermeisterin hatte bei der letzten Wahl im ersten Wahlgang nicht mehr als 50 % der Stimmen erreicht. Deshalb gab es 14 Tage später eine Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierte.

Bürgermeisterin mit 19 % der möglichen Stimmen

An der Stichwahl nahmen nur 30,3 % der WählerInnen teil. Die SPD-Bewerberin erzielte 62,79 % zu 37,21 % für die CDU. Das sieht auf den ersten Blick gut aus, aber wenn man das in Relation zur Gesamtzahl der Wahlberechtigten setzt, haben Bettina Weist nur 19 % der Wahlberechtigten gewählt. Wohlgemerkt: das ist alles korrekt, aber nicht zufriedenstellend. Nach dieser Rechnung  bekam Bodo Klimpel als Landrat von Recklinghausen übrigens nur 14,8 % der Stimmen.

Um das oben Beschriebene noch einmal zu verdeutlichen, hier die Ergebnisse der BürgermeisterkandidatInnen des ersten Wahlgangs im Jahre 2020:

SPD = 42,55 % // CDU = 23.44 % // LINKE = 2,86 % // Grüne = 9 % // FDP = 2,55 % // BIG = 1,36 % // ABI = 2,26 % // DKP = 1,32 % // AfD = 7,84 % / Einzelbewerber Kellermann = 5,42 % // Einzelbewerber Polat = 1,41 %

Neben SPD und CDU gab es neun weitere Bewerber die insgesamt 32,61 % der Stimmen bekamen. das sind im Schnitt 3,62 %.

Was bei dieser Wahl wahrscheinlich passiert, ist, dass die Amtsinhaberin wiederum nicht im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit bekommt, denn ihre Partei ist im Sinkflug und liegt bundesweit bei 14 %. Das ist so wenig wie noch nie in der über 100jährigen Geschichte der SPD.

Die CDU ist dagegen im Aufwind und hat bei der Bundestagswahl in Gladbeck-Bottrop-Dorsten sogar das Direktmandat geholt. LINKE, Grüne und AfD erleben gerade ebenfalls Höhenflüge.

Man kann erwarten, dass die Entscheidung erst im zweiten Wahlgang für die SPD oder CDU ausgeht.

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