
Die WAZ hat Roland 16 Jahre lang hofiert
Ein Kommentar von Ralf Michalowsky
24.02.2021 – Was reitet die WAZ? – In der 16jährigen Amtszeit von Ulrich Roland lief nicht immer alles stromlinienförmig. Anlass zur Kritik gab es in genügend. Trug man die Kritik aus dem politischen Raum bei der WAZ vor, hieß es in der Regel: „Da muss ich mal erst mit Breßer-Barnebeck drüber reden“.
Von journalistischem Enthusiasmus war nichts zu spüren – eher hatte man den Eindruck, dass der Name Roland zu feuchten Hosen führte und man dem „Sonnenkönig“ nicht „ans Bein pinkeln wollte“. Die WAZ hat 16 Jahre fleißig dazu beigetragen, dass der Mann im Rathaus unangefochten schalten und walten konnte wie er wollte.
Warum die WAZ nun, vier Tage in Folge, jeweils fast ganzseitig den Skandal um den Anbau des Roland-Sohnes kocht, ist vor diesem Hintergrund kaum nachzuvollziehen. Oder muss man jetzt keine Angst mehr vor Abstrafung durch den SPD-Zampano haben?
Wohlgemerkt! Hier geht es nicht darum den Schwarzbau auf der Paulstraße zu rechtfertigen. Aber irgendwann muss es mal gut sein! Es ist alles gesagt. Die WAZ könnte sich jetzt darauf fokussieren, das weitere Verfahren zu beobachten und die Rechtstaatlichkeit zu beurteilen. Anfangen könnte man bei der Behauptung, dass das RPA unabhängig prüfen würde. Ohne den Mitarbeitern dort etwas unterstellen zu wollen, steht doch eines fest: sie sind Mitarbeiter der Stadtverwaltung Gladbeck und wollen irgendwann mal befördert oder auf einen besser bezahlten Job versetzt werden. Das gilt übrigens auch für jeden Staatsanwalt!
Was reitet die WAZ? Warum findet die WAZ kein Ende?
Mindestens einer der Artikel schreibenden Redakteure weiß doch ganz genau, wie schnell man in den Strudel der Verquickung von Verwaltung, Politik und Lokalzeitung geraten kann. In Ermangelung neuer Erkenntnisse jetzt die Seiten mit Leserbriefen und Facebook-Kommentaren zum Thema zu füllen, mag ja die Auflage stabilisieren, doch mit Journalismus hat das wenig zu tun.
An Vater und Sohn sei der Hinweis auf den sog. Streisand-Effekt erlaubt.
„Als Streisand-Effekt wird ein soziologische Phänomen bezeichnet. Wenn ein ungeschickt angesetzter Versuch, eine unliebsame Information zu unterdrücken, das Gegenteil erreicht. Weil das Vorgehen eine öffentliche Aufmerksamkeit erzeugt, die das Interesse an der betreffenden Information und deren Verbreitung deutlich steigert.
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