Trauriger Spitzenplatz für Gladbeck mit 197,1

Trauriger Spitzenplatz für Gladbeck mit 197,1
Von 407 im Januar, runter auf 52 und non wieder über 228 auf 197. Wie soll das weiter gehen?

Was ist in Gladbeck los? Unsere Stadt liegt im Kreis wieder an der Spitze!

04.05.2021 – Trauriger Spitzenplatz – Hoffentlich ist der Bundestagswahlkampf bald vorbei! Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die in der Politik gefällten Corona-Entscheidungen nur der Verbesserung des Umfrage-Standings der Parteien dienen. Bevor die CDU/CSU sich auf einen Kandidaten einigten, wollten beide dem jeweils anderen beweisen, dass er der schärfere Hardliner ist. Das Verhalten der zwei zielte auf die Zustimmung der Parteimitglieder ab.

Das ist jetzt nicht mehr nötig – nun kommt es darauf an, möglichst viele WählerInnen für sich zu gewinnen. Wie kann es sonst sein, dass man vor 10 Tagen eine völlig irre Ausgangssperre verordnet hat (Ein Mann darf mit seinem Hund bis 24 Uhr Gassi gehen, aber seine Frau darf ihn nicht begleiten. Anschließend dürfen sich aber beide im geschlossenen Raum das Ehebett teilen) und schon jetzt beginnt, alles wieder zu verwässern.




Trauriger Spitzenplatz für Gladbeck

Nacheinander pfeifen fast alle Bundesländer auf die Beschlüsse, die erst am 28. Mai überdacht werden sollten und öffnen wieder über “Modellprojekte”. Dabei ist die Corona-Gefahr keineswegs gebannt, wie z.B. in Gladbeck zu beobachten ist. Seit drei Wochen pendelt der Inzidenzwert zwischen 228,1 und 197,1 (heute). In den Monaten davor lag die Stadt schon mal bei 54,2 und Anfang Januar sogar bei 407. Seit heute liegt Gladbeck damit wieder an der Spitze aller zehn Kreisstädte – der Kreis selbst bei 145,2.

Heute meldet der Kreis wieder acht Corona-Tote. “Es gibt acht weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus im Kreis Recklinghausen. Verstorben sind in Castrop-Rauxel eine 68-jährige Frau, in Gladbeck eine 80 Jahre alte Frau, in Herten eine 50-jährige Frau, in Marl ein 80 Jahre alter Mann, in Oer-Erkenschwick eine 85-jährige Frau sowie in Recklinghausen drei Männer im Alter von 61, 62 und 84 Jahren.”

Die indische Corona-Variante ist da

Nach der britischen, südafrikanischen und brasilianischen Variante sind im Kreis Recklinghausen nun auch die ersten Fälle der Mutation B 1.617 festgestellt worden, die zuerst in Indien aufgetreten ist. An dieser Mutante erkrankt ist zunächst eine Person aus Gladbeck, die von einer Indienreise ins Vest zurückgekehrt ist. Bei zwei ihrer Kontaktpersonen, die in Dorsten leben, wurde die sogenannte indische Variante ebenfalls nachgewiesen. Alle Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne.

Zur indischen Virusmutation liegen bislang kaum Daten vor. Das Robert-Koch-Institut schätzt die indische Mutation aktuell noch nicht als “variant of concern” (VOC), also als besorgniserregende Variante, ein. Vielmehr erfolgte die Einstufung als “variant of interest” (VOI), also als unter Beobachtung stehende Variante.

Hoffentlich kommt die Politik sehr bald aus dem Wahlkampfmodus heraus. Manche Regeln sind einfach so blöd, dass man gar nicht glauben kann, dass sie wirklich gelten sollen. In Gladbeck ist die Berufsschule wegen des hohen Inzidenzwertes im Kreis geschlossen. In Bottrop läuft der Unterricht auch, wenn rund 25 % der SchülerInnen aus Gladbeck mit dem Bus dorthin fahren. Da bekommt der Föderalismus ganz neue Dimensionen!

Der Kreis RE hat die beste von 13 Webseiten zum Thema Corona. Hier ist sie!


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1 Kommentar

  1. Trotz der enorm hohen Zahl der Neuansteckungen von durchschnittlich fast 200 Gladbecker Fällen in den vergangenen 7 Tagen ist zu erwarten, dass die Schulen in Gladbeck jetzt wieder zum Präsenzunterricht verpflichtet werden, nur weil der Kreis Recklinghausen insgesamt eine Inzidenz von unter 150 vorweist. Das entspricht sicherlich der Notbremse im gerade erst in Kraft getretenen Bundesgesetz. Sachgerecht ist das aber nicht. Gladbeck mag zwar politisch zum Kreis gehören. Ein unbefangener Blick auf die Landkarte zeigt aber, dass unsere Stadt für den Vestischen Kreis gleich einem externen Wurmfortsatz ein außenstehender Fremdkörper ist. Würde die Gladbecker Gefahrenlage entsprechend seiner zwischen Bottrop und Gelsenkirchen eingebetteten Lage und der darauf beruhenden Verkehrs- und Wirtschaftsbeziehungen auf der Basis der ortsnahmen Covid-Infektionen beurteilt, wäre an eine Freigabe des Präsenzunterrichts noch lange nicht denken. Der Inzidenz-Durchschnitt dieser urbanen Teilregion der Ruhrstadt, zu der Gladbeck gehört, liegt bei über 180! Ob die unmittelbar betroffenen Gladbecker Lehrer, die Stadtverwaltung und die Gladbecker Politik aber den Mut haben, den konsequenten und bitter notwendigen Schutz der ihnen anvertrauten Menschen einzufordern, sondern sich trotz ihrer Verantwortung und wider besseres Wissen dem kaum nachvollziehbaren Kompromiss der Berliner Rasenmäher-Methode zu unterwerfen, darf bezweifelt werden.
    In Abwandlung einer Weisheit, die man gemeinhin Bertold Brecht zuschreibt, besteht Handlungsbedarf: Stellt euch vor, es ist Schule und keiner geht hin.

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