Stadtbrunnen: Lässt Gladbeck sie verkommen?

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Stadtbrunnen: Lässt Gladbeck sie verkommen?
Der Brus-Brunnen auf dem Marktplatz ist ständig verdreckt und in der Regel wasserlos! Foto: Manfred Schlüter

Klimaveränderung und die Bedeutung von Stadtbrunnen

18.06.2022 – Stadtbrunnen – Seit heute wissen die Hier den Newsletter bestellenGladbecker wieder was „heiß“ bedeutet. Die Temperaturen haben einen Jahreshöchststand erreicht. Da ist man für jede Abkühlung und Erfrischung dankbar. Doch Betonwüsten heizen das Klima weiter auf. Der ehemalige Grünplaner der Stadt Gladbeck, Manfred Schlüter, selbst in der Innenstadt wohnhaft, bedauert, dass es kaum noch Brunnen in der Stadt gibt, die das Klima positiv beeinflussen.




Schlüter zu den Stadtbrunnen

„Die Innenstadt wird immer mehr zur Betonwüste und im Sommer zur Hitzeinsel, für die Bürger. Während andere Städte (Recklinghausen) zusätzliche  Brunnen anstellen, werden sie in Gladbeck abgebrochen, abgestellt oder man lässt sie vergammeln“, schreibt Manfred Schlüter.  Und weiter: „Jetzt schmoren sogar die Kinder in der neuen Eistüte auf der Lambertistraße.“

Manfred Schlüter zum Zustand der noch bestehenden, abgerissenen oder vergammelten Brunnen

> Der Phenolbrunnen auf der Hochstraße: er wurde abgebrochen.

> Die Goetheplatz-Wasserwand: ist abgestellt, obwohl noch alles da ist.

> Das Jovypark Wasserbecken: Sprudel abgestellt, vergammelt, trocken.

> Brunnen und Wasserlauf auf der Lambertistraße: meistens trocken, langweilige Betonplatte.

> Brunnen auf dem Rathausplatz: meistens abgestellt.

> Brunnenmauer, ehemals am Rathauseingang: abgebrochen.

> Marktbrunnen: vergammelt, seit Jahren ungepflegt.

> Körnerplatz: die Kugel läuft, sehr beliebt.

> Kolpingbrunnen: zu betonierter Langeweile umgebaut, alle Kleinspielgeräte abgebaut.

>Trinkbrunnen am Europaplatz: verschwunden, abgebrochen.

Es gibt immer weniger Stadtbrunnen
Der Kolpingbrunnen gleicht einer Steinwüste. Es liegt zwischen dem City-Center und dem Cura-Altenheim.

Schlüters Resümee: „So ergibt sich, neben den abgehackten Bäumen und zubetonierten Standorten, ein unerträgliches Hitzeklima in der Innenstadt. Temperaturen, wie in Spanien von über 40 Grad sind es zwar noch nicht, aber es wird nicht besser.“

Etwas provokativ kommentiert der ehemalige Fachmann für Grün bei der Stadt Gladbeck: „Die Verantwortlichen hocken derweil, in ihren Villen im Grünen, am Stadtrand. Hier, in der Innenstadt, schmoren die armen Großfamilien in beengten Wohnungen. Lebensqualität geht anders. Da werden Millionen für Prestigeobjekte verbraten und dann die notwendige Pflege eingespart.“

„Ein schöner Brunnen ist die Zierde der Stadtgestaltung, im Freiraumbereich“, so Schlüter, „auch geschichtlich waren Brunnen oder Quellen stets das Zentrum urbaner Entwicklungen. Nur hier ist mal wieder alles anders. Ist das der Klimanotstand, oder der Pflegenotstand?“


Polizeibericht aus Gladbeck Mitteilungen der Stadt Gladbeck

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