Pandemie: Totalversagen der Politik

Pandemie: Totalversagen der Politik
Pandemie: Totalversagen der Politik. Senioren und Schüler sind die Verlierer der Pandemie

Senioren und Schüler sind die Verlierer der Pandemie

13.02.2021 – Pandemie: Totalversagen der Politik. Ach, was haben sich alle gefreut, als bekannt wurde, dass der Kreis Recklinghausen mit fast chinesischer Geschwindigkeit ein Impfzentrum fertigstellte. Schon am 15. Dezember 2020, noch vor der Zulassung des ersten Impfstoffes, stand es. Die Neue Gladbecker Zeitung berichtete

Niemand ahnte damals, wie schlecht es um die sonstige Organisation stand. Da sind zunächst die Hiobsbotschaften um die Verfügbarkeit des Impfstoffes zu nennen. Selbst heute, vier Wochen später, können aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit des Impfstoffes nur täglich 400 Menschen geimpft werden. Das Impfzentrum hat allerdings eine Kapazität von 2.000 Personen pro Tag.




Pandemie: Totalversagen der Politik

Dann wurde zur Jahreswende klar, wie die Reihenfolge aussieht. Erst werden über 80Jährige und das Pflegepersonal geimpft – das macht auch Sinn. Wenn sich da hin und wieder ein Bischof (wie in Augsburg) oder mehrere Bürgermeister vordrängt – was soll es! Kollateralschäden gibt es in jedem Krieg und die Umstände der Impfungen haben etwas davon.

“In mindestens neun Bundesländern sind Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden, die eigentlich noch nicht an der Reihe waren. Das ist das Ergebnis einer Recherche der Deutschen Presse-Agentur. Dabei kamen etwa Kommunalpolitiker, Geistliche sowie Feuerwehrleute und Polizisten zum Zuge, obwohl sie nicht der ersten Prioritätsgruppe für die Impfung angehören.” (Frankfurter Rundschau)

Chaos bei der Telefonhotline für Impftermine

Doch ersten Tag der Terminvergabe war kaum ein Durchkommen. Wären alle Ü 80er auf sich allein gestellt, hätte man das Verfahren gleich abschaffen können. Auch so gab es weitere Probleme: Aufgrund von Programmierfehlern konnte man sich zunächst ein, näher als Recklinghausen, liegendes Impfzentrum (z.B. in Bottrop und Gelsenkirchen) auswählen. Dieser Fehler war schlecht heilbar und so wurden die “Einschleicher” toleriert.

Ältere Ehepaare müssen getrennt zur Impfung

Die Verfahrensmängel werden immer deutlicher. Ruft ein Ü 80-Ehepaar an und kommt durch, dann wird pro Anruf nur ein Termin für eine vergeben. Schafft man es nach einiger Zeit wieder, dann bekommt der Ehepartner einen Termin zu einem anderen Zeitpunkt. Incl. der Zweitimpfung sind das dann vier Fahrten nach Recklinghausen für das Ehepaar. Wohl dem, der Kinder oder Enkel hat!

Erst der Landrat schaffte Ordnung

Am ersten Impftag (8. Februar) lag Eis und Schnee. Die Fahrt nach Recklinghausen wurde für viele zum Abenteuer, zumal die Vestische den Fahrbetrieb eingestellt hatte. 20 % der Impftermine verfielen, weil die Berechtigten nicht kamen. Kurzfristig wurde entschieden, dass sie einfach am nächsten Tag kommen durften. Und wer trotzdem kam, der erlebte ein Chaos wie es im Buche steht. SeniorInnen mit Rollatoren mussten frierend draußen vor dem Impfzelt warten – bis zu 30 Minuten. Die überdachte Wartezone war viel zu klein. Und erst der Landrat – der sporadisch vorbei scheute – sorgte draußen für Ordnung und ließ die Wartezone vor dem Zelt von Eis und Schnee räumen.
Was wäre wohl passiert, wenn die Kapazität von 2.000 voll ausgeschöpft worden wäre?

Und was macht die Politik: Sie versagt!

Das Menschen, die über 80 Jahre alt sind, von Dorsten-Rhade oder Gladbeck-Brauck bis Recklinghausen fahren müssen ist einfach ein Unding! Das hätten die politisch Verantwortlichen frühzeitig erkennen müssen. Die Beschwichtigungsversuche, dass man sich nun darum bemüht, dass Gladbecker auch in Gelsenkirchen und Bottrop geimpft werden können – sind mehr als lächerlich und unglaubwürdig. Gerade die Alten haben nun bei Eis und Schnee das Nachsehen. Die Politik schafft es nicht mal, einen Taxifahrdienst zum Impfzentrum zu organisieren.
Da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln!

Neben den alten Menschen haben die SchülerInnen das Nachsehen

Die IG-Metall-Jugend hat das auf den Punkt gebracht:

Sie sagt dazu: “Wären die Schulen tatsächlich wichtig, hätten wir vor zwölf (12) Monaten begonnen, eine digitale Infrastruktur für Schulen aufzubauen. Eine, die allen SchülerInnen das Teilnehmen am Unterricht ermöglicht. Passiert ist gar nichts.
Immerhin werden täglich alle Bundesligaprofis getestet, damit der Spielbetrieb aufrechterhalten werden kann.”

Bei der Digitalisierung hapert es in den Schulen

Die Digitalisierung der Schulen und ihre Versorgung mit schnellen Internetverbindungen wurde über Jahre verschlampt. Und auch als es mit der Pandemie losging, kam keine Bewegung in den lahmen Schulbetrieb. Die Gladbecker Schulen waren jetzt, 12 Monate nach dem Corona-Ausbruch immer noch auf eine ausreichende digitale Ausstattung. Im Kreis Recklinghausen wurden für die Berufsschulen über 1.000 Endgeräte angeschafft. Die für Lehrer bestimmten Laptops hatten jedoch keine Kameras, so dass Online-Unterricht schlicht unmöglich wäre.

Dazu kommt, dass viele Lehrer (und das sind nicht nur die älteren unter ihnen) schlicht keine Ahnung von Computern und dem Internet haben.

Dazu passt, was ein Kabarettist sagte: “Viele Lehrer tragen beim Unterricht per Video eine Maske, weil sie glauben, dass ihr Computer Viren überträgt.”

Erkundigt man sich in der Lehrerszene, dann wird schnell deutlich, dass sich nicht wenige Lehrer vollständig abgekoppelt haben. Sie nehmen am Fernunterricht zu Corona-Zeiten einfach nicht teil. Es gibt GrundschullehrerInnen, die die Aufgabenblätter nicht per Mail verschicken, sondern von Tür zu Tür fahren um ihre SchülerInnen zu versorgen. Ob das im Sinne des Lockdowns ist, darf bezweifelt werden.

Jobcenter entscheidet viel zu spät

Kein Verständnis kann man dafür aufbringen, dass die Jobcenter erst vor einigen Wochen Computerausstattungen für finanziell Benachteiligte genehmigen dürfen. Gerade in einer Stadt wie Gladbeck mit einer Armutsquote von ca. 40 %, ist das ein Fiasko. Die schwächsten der Gesellschaft werden durch die Pandemie noch weiter von der gesellschaftlichen Teilhabe abgekoppelt.


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