Grünplaner gegen Zerstörung des Jovyparks in Gladbeck

Grünplaner gegen Zerstörung des Jovyparks in Gladbeck
Blick in den Jovypark von Nord nach Süd. Foto: Manfred Schlüter

Die Rettung des Jovyparks als städtebauliche Aufgabe

31.12.2022 – Grünplaner – Der ehemalige Grünplaner Hier den Newsletter der Neuen Gladbecker Zeitung bestellender Stadt Gladbeck, Manfred Schlüter, spricht sich vehement gegen die Bebauung des Jovyparks aus. Die Stadt Gladbeck hatte vor einigen Tagen Pläne vorgestellt, die einen Neubau des Riesener-Gymnasiums am südlichen Teil des Jovyparks vorsehen.

Die Stellungnahme: Grünplaner Manfred Schlüter

Manfred Schlüter schreibt dazu: “Gladbeck hat nur noch wenig geschichtsrelevante Stadtstrukturen. Es ist eine kleine Kommune, die vor einigen Jahren – durch Bürgerbeteiligung – noch eben ihre Selbstständigkeit rettete. Stück für Stück verschwanden in den letzten Jahren etliche stadtbildprägende Strukturen durch einsame Entscheidungen aus dem Rathaus.

Bitte lesen Sie auch:

> Manfred Schlüter: Gladbecker Oberhof als Fahrradplatz

> Kotten an der Steinstrasse in Gladbeck-Butendorf

> Jovy-Park Gladbeck – Proteste gegen Bebauung häufen sich

> Flamingos kehrten zum Gladbecker Jovy-Park zurück

> Stadtbrunnen: Lässt Gladbeck sie verkommen?

Alle Zechengebäude sind abgebrochen, eine Riesenbrücke für die Straßenbahn ist gebaut und die Bahn hat man dann stillgelegt, Schneisen sind durch den Ort gehauen und die Innenstadt zubetoniert, Tunnel gebaut, die man heute wieder zuschütten möchte. Viele alte Fachwerkhäuser hat man abgebrochen.

Den einst schöne Marktplatz hat ein Investorenmodell versaut, die “Markt”-Halle dann wieder ohne Alternativen abgerissen und auf Haushaltskosten zu einem riesigen Parkplatz umgebaut, während der Wochenmarkt zusehends schrumpft.

Gedenkstein für den früheren Oberbürgermeister Jovy
Am Jovyplatz erinnert ein Gedenkstein an den ehemaligen Oberbürgermeister. Foto: Manfred Schlüter

Grünplaner beklagt “Investorenschachteln”

Geschichtsträchtige Gebäude sind – ohne über Alternativen nachzudenken – abgebrochen und jedes mal durch austauschbare Investorenschachteln “ersetzt”.

Und ja, da ist noch der Jovypark, von allen als “Ensemble” bezeichnet und mit einem Heimatpreis versehen. Damals hat man den Bürgermeister Jovy für seine Weitsichtigkeit gelobt, an dieser Stelle eine schöne Grünanlage zu schaffen. Auch der Ausbau von Wittringen zum stadteigenen Erholungsgebiet geht auf sein Konto. Durch emsiges Betreiben der autoliebenden Stadtverwaltung es bald neben einem riesigen Autobahnkreuz verschwindet.

Dafür vertröstet man die Bürger mit einem potemkinschen Tunnel, auf dem mitten in der Stadt natürlich keine Grünanlage sondern ein neues Gewerbegebiet geplant ist und wo das derzeit noch reichlich verbliebene Grün dann verschwindet.

Zurück zum “Ensemble” dessen schönstes Stück, das alte Hallenbad, schon längst abgebrochen ist. Leider hat man den Park in den Folgejahren genauso schlecht behandelt und vergammeln lassen. 1,1 Millonen Euro für eine “Grüne Achse” sind im Beton versenkt. Oder war das schon ein Vorgriff auf eine “weitsichtige Planung” ?

Da wird mit honigsüßen Worten der Abschaffung dieses schönen Bereichs Vorschub geleistet: “Dieser Vorschlag knüpft an die ursprünglichen Pläne zur Gestaltung des Jovyplatzes aus den 1920er-Jahren an, deren bauliche Umsetzung immer unvollendet blieb. Der Platz würde somit nach über 100 Jahren seinen städtebaulichen Abschluss am südlichen Rand erfahren.”

Die Zerstörung der wichtigsten Traditionsanlage in Gladbeck ist eingeläutet und den Bürgern als “Wohltat” verkündet.

Warum kann man nicht einmal in Alternativen denken?

Da präsentierte doch der Baurat vor nicht langer Zeit eine Bebauung am Bahnhof West. Wieder austauschbare Investorenschachteln. Aber das wäre doch ein Areal für die Schulneubauten, mit Potential und guter Verkehrsanbindung! So könnte das für eine Bebauung viel zu kleine Areal am Jovyplatz, statt es mit einem Gebäude-Sammelsurium zu zerstören, auch zukünftig einem dem Platz entsprechenden Nutzen als Grünanlage gewidmet werden.

Denn der Jovyplatz hat, auch im Kontext mit den umstehenden Gebäuden, überregionale Orientierungsfunktion als soziales Grün und Visitenkarte.

Zerstört man ihn, wird die Stadt weiter gesichtslos und geschichtslos und endet als anonymer Betonhaufen im Norden von Essen…”

Manfred Schlüter, Grünplaner, Bürger der Innenstadt


Polizeibericht aus Gladbeck Mitteilungen der Stadt Gladbeck

1 Kommentar

  1. “” aber Manfred Schlüter : ist der Baurat und sein around nicht stolz auf die Hinweise
    der Garagendächer Begünung ?? ! “”
    Soll das nicht *vollwertiger Ersatz für seinen Versiegelungswahn” sein ??
    yyyyyyyyyyyyyyyyy
    Da sind doch ua.die Grünen sowas von stolz drauf;
    Im Abhacken, Entnehmen und Verdichten ist man vorneweg in Gladbeck;
    yyyyyyyyyyyyyyyyyy
    wie schrieb einer im web: aus der Stadt jagen -geteert und gefedert – !

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*