Ging noch mal gut – Nächster Starkregen kommt bestimmt

Ging noch mal gut - Nächster Starkregen kommt bestimmt
Für Starkregen und Rückstau in der Abwasserleitung mit der Folge einer Überschwemmung, ist in Gladbeck jeder selbst verantwortlich

Überschwemmungen von Kellern sind auch in Gladbeck ein Problem

04.06.2021 – Starkregen – In den letzten Tagen sind wir noch mal so eben an kleinen Katastrophen vorbei geschrappt. Besonders am gestrigen Feiertag brach am späten Abend am Himmel die Hölle los. Ein Gewitter zeigte, was möglich ist. An einigen Tagen vor Pfingsten waren die Regenfälle auch ganz schön heftig. Bestimmt ist so mancher Gladbecker öfter in seinem Keller gewesen als sonst. Einzelne Keller standen auch in Zweckel wieder unter Wasser. Doch von massenhaften Feuerwehreinsätzen zur Trockenlegung von Kellern ist nichts bekannt geworden.

Es ist jedoch eine trügerische Hoffnung, wenn Hausbesitzer nun glauben, alles sei vorbei. Die Starkregenfälle nehmen seit Jahren zu.

Starkregen: Der Deutsche Wetterdienst dazu

„Starkregen gehört zur einer der meistunterschätzten Gefahren, da er nur schwer vorhersagt werden kann und bezogen auf einen Ort nur selten auftritt. Es kann die Region, aber nicht genau, wann oder wie viel es regnet vorhergesagt werden.

Ganz besonders betroffen von den Folgen des Starkregens sind Städte und Siedlungen. Dort sind Flächen versiegelt, und wenn es stark regnet, schaffen es die Entwässerungssysteme kaum, das Wasser abzutransportieren.

Während des Starkregens sind kurzzeitig Verkehrsbehinderungen möglich. Des Weiteren sind Überflutungen von Kellern und Straßen sowie örtliche Überschwemmungen an Bächen und kleineren Flüssen zu erwarten. Starkregen kann auch Erdrutsche auslösen.“




Starkregen und Überschwemmungen: Bürger sind selbst verantwortlich

Wer nun glaubt, dass er rechtlich aus dem Schneider sei, weil er ja Abwasser- und Regenwassergebühren zahlt und somit sicher sein könne, dass sein Wasser auch entsorgt wird, den enttäuscht schon die Stadt Gladbeck mit diesem Satz auf ihrer Webseite. „Entsprechend der Satzung der Stadt Gladbeck muss jeder Eigentümer sein Gebäude gegen Rückstau aus dem öffentlichen Kanalnetz selbst zu sichern“, sagt die Stadt dort.  Das heißt, wenn der Kanal voll ist und das Wasser aus dem Kanalnetz quasi rückwärts fließt, hat derjenige Pech, der keine Vorsorge dagegen getroffen hat.

Damit macht es sich die Stadt einfach. Eigentlich könnten Hausbesitzer und ihre Mieter erwarten, dass die Stadt mehr dafür tut, dass solche häuslichen Überschwemmungen nicht vorkommen. Schließlich zahlt man ja Entwässerungsgebühren und eine stetig höher werdende Grundsteuer B.

In Neubaugebieten geht nichts mehr ohne Regenauffangbecken. Regenwasser wird in extra dafür angelegte kleine Senken oder Gräben geleitet, wo es langsam versickern kann. Wo das nicht geht, wird das Regenwasser vom Abwasser getrennt und entsorgt.

Doch zunehmend werden Wohn- und Gewerbekomplexe mit hohem Versiegelungsgrad gebaut und neue Überschwemmungsgebiete in Kauf genommen. Die Neue Gladbecker Zeitung berichtete zuletzt hier darüber. Entsteht ein neues Überschwemmungsgebiet in Zweckel?

Verbesserungen der Lage an Bestandsgebäuden sind selten. Nicht einmal ein lokales Überschwemmungskataster hat die Stadt Gladbeck veröffentlicht. Andere Städte tun das!

Video der Stadt klärt auf

Doch immerhin hat die Stadt Gladbeck eine recht anschauliche Webseite dazu. Und hat sogar ein interessantes Video zum „Umgang mit Regenwasser“ ins Netz gestellt. Dort heißt es:

„Bedingt durch den Klimawandel nehmen extreme Wetterphasen wie heftige Starkregenereignisse und häufigere Phasen von Trockenheit zu. Extremwetterereignisse können zu Überflutungen führen und zu erheblichen Schäden an der Bausubstanz. Als Grundstückseigentümer können sie mit einfachen Mitteln Starkregenvorsorge durch Speicherung und Versickerung von Regenwasser auf ihrem Grundstück betreiben. Nur gemeinsam können Stadt und Grundstückseigentümer die Folgen von Starkregenereignissen reduzieren. Sie können dabei helfen und davon sogar profitieren. Dieses Video erläutert die Zusammenhänge und gibt Tipps zum Umgang mit Regenwasser.“

Leider haben das Video in den sieben Monaten, seit es veröffentlicht ist, nur 124 Leute angesehen.

Schade eigentlich, denn dort gibt die Stadtverwaltung so einige Tipps, wie man sich vor Wasserrückstau bei Starkregen schützen kann.


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